,,Beobachtet" - Auf Mütterideale kann ich verzichten

Freitag, 24. April 2015


Bereits seit Jahren zieht es mich an diesen eigentlich unspektakulären Ort. Schon in der Oberstufe verbrachte ich in dieser Bäckerei mit lieben Freundinnen so gut wie jede Freistunde. (Und ja, auch die Stunden, die wir einfach selbst zur ,,Freistunde" auserkoren hatten ;D) Am liebsten saßen wir direkt vor der großen Fensterfront zur Fußgängerzone hin. Alle, die vorbei liefen, konnten uns sehen. Aber das war keinesfalls der Grund, weswegen wir uns immer und immer wieder diesen Platz aussuchten. Denn obwohl wir uns dort so derartig mitten auf dem Präsentierteller befanden, mag man vielleicht zunächst gar nicht vermuten, wie wenig Leute doch in ihrer Alltagshektik nach rechts und links gucken. So blieben wir selbst relativ unbeobachtet. Aber wir liebten diesen Platz, weil wir von dort aus alle sehen konnten. Die vielen Menschen, die da gerade an uns vorbei liefen. Von unserem Beobachtungsposten fragten wir uns mal laut, mal leise, wie diese Menschen wohl so sein mochten. Wie wohl ihr Leben war? Was ihnen wohl gerade durch den Kopf ging? Fragen über Fragen, all die Kleinigkeiten, die einem auffallen, wenn man nur genau hinsieht. Ich hätte stundenlang dort sitzen können. Teilweise habe ich das auch. 

Natürlich sind währenddessen auch unendlich viele verschiedene Mütter an mir vorbei gelaufen und durchs Fenster habe ich sie beobachtet. Da gab es zum Beispiel die Mutter, die so unheimlich abgehetzt und erschöpft aussah. Deren Kind sich mitten in der Fußgängerzone bockig auf den Boden geschmissen hat und sie damit an den Rand der Verzweiflung gebracht hat. Sie sah so aus, als hätte sie schon lange keine ruhige Minute mehr für sich gehabt. Die Arme, dachte ich mir. Aber gleichzeitig kam das Urteil. Überfordert schien sie zu sein. Und auch ihre Optik hatte sie ziemlich vernachlässigt. Ein bisschen mehr könnte man doch auch mit Kindern auf sein Äußeres achten, oder? Dann kam auch schon die Nächste vorbei. Sie strömte vor Selbstbewusstsein. Ihr Outfit war nicht schön, aber praktisch. Sie traf im Vorbeigehen immer wieder auf andere Mütter. Sie sah so aus, als wüsste sie von allem Bescheid, was auch nur im Entferntesten mit Kindern zu tun hat. Und sie scheute sich anscheinend auch nicht, ihre Ratschläge zu verteilen. Sie war die Streberin unter den Müttern. Ein bisschen lockerer könnte die sich doch auch mal machen und ob ihr Kind auch mal Spaß haben durfte? Das waren meine Gedanken als ich sie sah.

Schließlich kam für mich der Mama-Ferrari. Dünn wie eh und je sah sie aus. Mit perfekt lackierten Fingernägeln, einem gut durchdachten und modernen Outfit, einem stylischen Kinderwagen und einer Wickeltasche, die selbst meine schönste Handtasche in den Schatten stellen könnte. Man hätte sie einfach so mitten in ihrem Alltag fotografieren können und ihr Foto hätte selbst unbearbeitet perfekt in ein schönes Magazin gepasst. Hübsch und zufrieden sah sie aus, genauso wie ihr ebenso stylisches und glücklich lächelndes Kind. Wow, das war sie! Mein ganz persönliches Mütterideal war geboren. Denn irgendwie war plötzlich das die Art von Mutter, die ich später einmal sein wollte! Still und heimlich habe ich mir das geschworen zu einer Zeit, in der ich ja noch keinen blassen Schimmer davon hatte, was es eigentlich bedeutet Mutter zu sein. Aber der schöne Schein hatte mich in seinen Bann gezogen. Ich hatte vielleicht eine Idee davon, wie es werden könnte, aber was es dann tatsächlich bedeutet, das kann man erst wissen, wenn man selbst mittendrin steckt.




Bei der ganzen # Regretting Motherhood Diskussion, die zurzeit so viele Tastaturen zum Glühen bringt, geht es ja auch darum, dass man mit der Mutterrolle als solches nicht klar kommt und trotz Liebe zum Kind die Zeit zurückdrehen würde, wenn man könnte. Aber was ist denn bitteschön überhaupt DIE Mutterrolle? Wer hat das festgelegt und in Zement gegossen? Wer sagt mir, wie eine Mutter zu sein hat? Die Gesellschaft? Die eigenen Eltern? Die Nachbarn? Die Freunde? Journalisten und Autoren, die TV, Zeitschriften, Büchern und co. davon berichten? Die mir eigentlich fremden Menschen, die hinter einer Fensterscheibe sitzen und mich beobachten? Irgendwie ein bisschen von allem. Aber was soll das? Wie sieht sie denn jetzt bitteschön aus, die ,,ideale Mutter"? Hat sie ein, zwei oder vielleicht auch 12 Kinder? Gibt sie ihren Kindern die Brust oder die Flasche? Geht sie arbeiten oder bleibt sie zuhause? Benutzt sie Stoff- oder Einwegwindeln? Sieht ihr Zuhause immer top aufgeräumt aus wie in einem Möbelkatalog, oder springt einem von Zeit zu Zeit auch mal beim Betreten das pure Chaos entgegen? Stellt sie ihre gesamte Zeit zu 101% allein ihrem Kind zur Verfügung, oder nimmt sie sich auch mal eine Auszeit, wenn sich die Gelegenheit bietet? Trägt sie ihr Kind immer oder ist sie meist mit dem Kinderwagen unterwegs? Kriegen ihre Kinder ausschließlich Bio oder auch mal Fast-Food? Trainiert sie ihren After-Baby-Body oder sieht sie immer noch ein wenig schwanger aus? Trägt sie High Heels oder Gesundheitslatschen? Das sind doch alles nur Äußerlichkeiten und außerdem nur ein winzig kleines Teil eines riesengroßen Puzzles davon, was wir für eine Mutter sind. Eigentlich nichts anhand dessen man urteilen dürfte.

Heute denke ich so: Egal, was für Entscheidungen ich treffe und wie ich die Mutterrolle für mich definiere, solange ich darauf achte, dass es meinem Kind und mir dabei so gut wie nur möglich geht, bin ich eine gute Mutter. Ja, ICH entscheide. Niemand anderes. Höchstens mein Partner hat da noch ein Mitspracherecht, aber sonst dürfte niemand sonst das Recht haben mir reinzureden, wie ich als Mutter zu sein habe. Nur viel zu oft vergessen wir da den zweiten Teil. Dass es nicht nur meinem Kind, sondern auch mir als Mutter gut gehen muss. Natürlich hat man folgende Pauschalaussage schonmal gehört: Glückliche Mutter, glückliches Kind. Ich will die Mutterrolle für mich so definieren, damit ich auch selbst damit zurecht komme. Wir müssen schließlich das Bild, das wir von uns als Mutter haben, selbst leben, das macht kein anderer für uns. Ich will nicht Tag für Tag einem Idealbild hinterherjagen, das ich oder jemand anderes mir auferlegt hat. Ich will jeden Tag alles tun, dass es mir und meiner Familie gut geht, dass wir glücklich sein können. Und wenn irgendwelche vermeintliche Ideale, scheinen sie noch so erstrebenswert zu sein, mir da im Wege stehen. Na, dann sollen sie mir einfach gestohlen bleiben! Es wird höchste Zeit, das zu leben, was ich für gut und richtig halte. Und nicht das, was andere von mir erwarten. Ideale sind gut, wenn sie uns dazu motivieren, uns positiv zu entwickeln. Doch Ideale können auch einen Druck auf uns ausüben, der schädlich ist. Besonders wenn man dazu veranlagt ist, allzu perfektionistisch an Dinge heranzutreten. Und oft tun wir das, wenn wir Kinder haben, weil uns der Wunsch, immer nur das Beste für unsere Kinder zu geben, dazu antreibt.

Manchmal fühle ich mich auch heute noch so wie in den Situationen an meinem Lieblingsplatz in der Bäckerei. Nur befinde ich mich jetzt auf der anderen Seite der Scheibe. Als würde jemand von außen beobachten, wie ich am Fenster vorbeilaufe und mich analysieren. Was für eine Mutter ich wohl bin. Wisst ihr, was ich wirklich bereue? Auf keinen Fall das Muttersein. Aber ich bereue jeden Moment, den ich damit verschwendet habe zu versuchen, den Anforderungen von außen zu genügen. Jeden Moment, in dem ich gedacht habe, ich müsste als Mutter so oder so sein und das Gefühl hatte versagt zu haben, wenn es dann doch mal anders lief. Noch schlimmer sind dann manchmal sogar die Anforderungen, die ich an mich selbst stelle. Ob ich ein Mama-Ferrari geworden bin, so wie ich es mir damals gewünscht habe? :D An manchen Tagen mag es vielleicht den Anschein machen. An anderen bin ich jedoch auch die völlig überforderte Mutter, die froh ist, wenn sie heute überhaupt zum Duschen gekommen ist. Alles darüber hinaus ist dann Bonus. Je nachdem an welchem Tag, bzw. noch an welchem Augenblick des Tages ich an diesem Fenster vorbeilaufen würde, würde ich ein anderes Bild abliefern. Und das ist auch nicht schlimm. Manchmal muss ich wohl einfach die Anforderungen an mich selbst eine ganze Menge herunterschrauben. Und erst recht soll es mir egal sein, was die anderen auf der anderen Seite der Scheibe denken. Was es heißt Mutter zu sein, bestimme ich selbst.




Was, nur einer ?!

Donnerstag, 16. April 2015


In den letzten Wochen war eine Frage an uns als Eltern wohl am beliebtesten: ,,Und? Hat er schon seinen ersten Zahn?" Dicht gefolgt von ,,Kann er schon krabbeln?" und ,,Kann er schon was sagen?" ... Mittlerweile können wir Frage 1 auf jeden Fall eindeutig mit ,,JAAAA!!!" beantworten :))) Und sobald er lächelt, wird dann der kleine Beweis von MoJo selbst präsentiert. Auf dieses einzähnige Lächeln habe ich mich schon sehr gefreut! Das hat für mich immer etwas ganz besonders Ulkiges, Süßes an sich, weswegen man automatisch mitgrinsen muss. 

Amüsant fand ich es, wie schon so lange ständig von anderen mitgefiebert wurde. Meine Eltern z.B. waren seitdem MoJo drei Monate alt geworden ist, der festen Überzeugung, es müsse ,,ganz bald" soweit sein, das merke man ihm an (vielleicht auch, weil ich damals meinen ersten Zahn mit drei Monaten bekommen habe? ;) ) Der Gegenpol dazu war dann unsere Kinderärztin, als sie mit ihrer Lampe bei der letzten U-Untersuchung MoJos Kiefer begutachtete. Sie war der Meinung, dass wir vor seinem ersten Geburtstag ganz bestimmt nicht mit einem Zähnchen rechnen sollten. Naja, Recht behalten hat dann aber schlussendlich bei uns das ,,Durchschnittsprinzip". Denn mit 6-7 Monaten ist da meist der Augenblick für den ersten Zahn gekommen. Wobei früher oder später auch völlig normal ist!

Ich mag ja bekanntlich sowieso dieses ganze Vergleichen, Rechnen und in den Kalender schauen in Sachen Babyentwicklung überhaupt nicht. Deswegen habe ich persönlich auch nicht ständig kontrolliert, ob sein erster Zahn nun ,,endlich" da ist. Vorfreude war da, aber irgendwie meinerseits kein aktives Warten. Davon wächst der erste Zahn ja auch nicht schneller :D Aber als er dann da war, war ich trotzdem umso begeisterter! Genau deswegen fand ich es so süß, als ein kleines Mädchen MoJo letztens zum Lachen gebracht hat, und mich daraufhin ganz entgeistert fragte: ,,Duuuhuuu? Warum hat der denn nur einen Zahn???" Goldig! Das ist eben Kinderlogik. ,,Nur" ein Zahn? Was soll man denn mit dem einen anstellen?  Elternlogik ist dann wieder das komplette Gegenteil. SCHON ein Zahn!!! Und Liebe und Stolz machen dieses Ereignis dann zu einer Sensation im Familienleben. Richtig so :)

Überrascht war ich trotzdem als MoJo dann von seinen Großeltern ein Geschenk zum ersten Zahn bekommen hat. In Sachen Bräuche und co. kannte ich im Zusammenhang mit Zähnen eigentlich nur die Zahnfee. Und die kommt ja bekanntlich erst, wenn man sich wieder von den ersten Zähnen verabschiedet. Ich konnte es dann auch nicht lassen, mich online ein bisschen schlau zu machen. Tatsächlich gibt es da wohl  einige Bräuche, die mir bis dahin noch unbekannt waren. Je nach Kultur wird der erste Zahn sogar richtig gefeiert. Ein türkischer Brauch ist z.B. ein schönes Fest mit besonderen Speisen extra zu diesem Anlass. Manche mögen das vielleicht übertrieben finden, mir persönlich gefällt dieser Gedanke aber ziemlich gut. Ich finde, man sollte generell das Leben noch viel mehr gemeinsam feiern und selbst die kleinsten sich bietenden Gelegenheiten dazu nutzen. Vielleicht holen wir so eine ,,Erster Zahn Party" ja noch nach, mal sehen :)

MoJo mit seiner geliebten Trommel - seinem Geschenk zum ersten Zahn :)

Hätte ich von folgendem Brauch schon vorher gehört, hätte ich ihn ganz bestimmt in unserer Familie neu eingeführt und dreimal täglich MoJos Kiefer kontrolliert: Wenn die Mama den ersten Zahn zuerst entdeckt, muss der Papa ihr ein Kleid schenken :D  Oder eben auch andersherum, die Mama dem Papa etwas Neues zum Anziehen. Naja, der Zug ist nun wohl bei uns leider bereits abgefahren :D An sich gibt es scheinbar ziemlich viele Bräuche zum Thema ,,Wer den Zahn zuerst entdeckt..." Der muss dann z.B. dem Baby seine ersten Laufschuhe schenken. Und und und... Wie gesagt für mich völliges Neuland, aber trotzdem interessant zu sammeln.

Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über MoJos ersten Zahn (und auf all die, die noch kommen)! Denn irgendwie macht dieses Ereignis einem nochmal so richtig deutlich, wie schnell Babys doch groß werden... Ich bin dankbar, dass ich mit meinem Sohn diese Erfahrungen erleben darf und möchte sie in meinem Gedächtnis sammeln wie einen Schatz :)



Habt ihr in eurer Familie eigentlich auch gewisse Bräuche zu diesem Anlass? Oder habt ihr noch von weiteren gehört? Und wie war das bei euch mit dem Warten und der Reaktion auf den ersten Zahn bei euren Kindern? :)





Wenn euch die Erfahrungen einer anderen Familie zum Thema interessieren und ihr vielleicht noch auf der Suche nach ein paar Tipps seid, was bei der Linderung von Schmerzen beim Zahnen hilft, dann  empfehle ich euch zum Schluss auch noch gerne den Artikel ,,Hilfe! Die ersten Zähne kommen" auf Sweet Lilli :)


Luxus ist relativ- besonders für Mütter ;)

Mittwoch, 1. April 2015


Ich kam mächtig ins Grübeln als ich letzte Woche beim Zahnarzt saß und es als richtigen Luxus empfunden habe, 20 Minuten lang in Ruhe in Zeitschriften zu blättern, ganz ohne Unterbrechungen und Seitenblicke, um zu schauen, was der Nachwuchs gerade macht. Selbst die Aussicht auf Bohren hätte mir wahrscheinlich in diesem Moment dieses Gefühl nicht verdorben. Was war passiert? Mal eben in Ruhe etwas lesen- seit wann ist das denn jetzt plötzlich Luxus für mich geworden? Ganz richtig. Seitdem ich Mama bin ;) Ich wundere mich, wie es sich im Laufe eines Lebens so verändern kann, was wir als ,,luxuriös" betrachten. 

Ich fing an, in Gedanken zurück zu reisen. Ich habe zum Beispiel lange überlegt, was für mich früher als Kind Luxus war. Garantiert auch solche Dinge wie mehr Süßigkeiten essen zu dürfen als am Tag zuvor, und die neueste Barbie aus der Werbung im Kinderzimmer begrüßen zu dürfen. Aber besonders im Rückblick kann ich sagen, dass wohl wahrer Luxus in meiner Kindheit für mich bedeutet hat, Zeit mit meinem Vater bzw. Zeit als ganze Familie zu verbringen. Er hat schon immer sehr viel gearbeitet, daher war mir die Quality Time als Familie einfach unheimlich kostbar. Diese gemeinsamen Momente waren die Schätze, die ich besonders gerne gesammelt habe. Naja. Im Zuge der Pubertät wurden meine Ansprüche wie bei so vielen teurer und egoistischer. Handy, Laptop, die neuesten Klamotten, das erste eigene Auto. Das gehörte zum Luxus, über den ich mich gefreut habe. Später im Studium war dann plötzlich alles Luxus, was nicht spottbillig war. Das Studentenleben eben... ;) So etwas wie Zeit für sich alleine oder mit Freunden und der Familie habe ich auch damals schon sehr wertgeschätzt, wäre aber wohl nie auf die Idee gekommen, das als Luxus zu bezeichnen.



Es hat sich eben einiges verändert. Hier ein paar Beispiele dafür, was ich in den letzten Monaten als wahrlich luxuriös betrachtet habe, aber früher wohl nie für möglich gehalten hätte ;)

  •  mit geschlossener Tür und ohne Zuschauer zur Toilette zu gehen oder zu duschen
  • sich in Sachen Frisur und Make-Up nicht für die praktischere, sondern für die schönere Variante zu entscheiden
  • langsam und genüsslich zu essen ohne zu schlingen wie ein Barbar, weil es gerade wieder viel zu hektisch ist, oder mein Sohn starke Anzeichen von Futterneid zeigt
  • mit einer Einkaufstüte nach Hause zurückzukehren, in der einfach nur etwas für mich ist, selbst wenn es nur ein Lippenstift ist (aber dafür mal keine Packung Pampers oder Feuchttücher)
  • mit meinem Baby zu kuscheln und dabei all die Aufgaben zu vergessen, die gerade eigentlich noch auf mich warten
  • mit meinem Mann händchenhaltend durch die Stadt zu laufen (sonst hat ja meistens mindestens einer seine Hände am Kinderwagen)
  •  einmal nicht die große Wickeltasche im Schlepptau zu haben, sondern die kleinste Handtasche, die ich besitze
  • Feinstrumpfhosen zu tragen, die nicht nach fünf Minuten mit Laufmaschen verziert wurden
  • ein weißes Oberteil zu tragen, und zwar ganz frei von Brei-, Kotze- und ähnlichen Flecken 
  • einen Abend mit meinen Freundinnen zu verbringen, wo sich die Gelegenheit für andere Gesprächsthemen bietet, und man auch kurz mal einfach Frau und nicht nur Mama sein kann
  • einen Ort zu besuchen und sich dabei keine Gedanken darüber zu machen, ob man da überhaupt mit dem Kinderwagen durchkommt
  • Dienstleistungen zu empfangen. Als Mama sind die Jobs vielfältig und man ist der Dienstleister schlechthin. Man ist irgendwie gleichzeitig Psychologin, Lehrerin, Krankenschwester, Babysitter, Eventmanagerin, Waschfrau, Putzfrau, Kinderärztin, Köchin, Bäckerin, Richterin, Dekorateurin u.v.m. Man tut ständig seinen Lieben um sich herum etwas Gutes. Luxus ist, wenn wir dann mal nicht selbst die Arbeit machen, sondern bedient oder verwöhnt werden. Ein Besuch im Restaurant, beim Frisör oder der Maniküre kann da den gleichen Effekt haben wie früher zwei Wochen Wellnessurlaub
  • Zeit dafür zu haben, mir Gedanken über die Farbe meines Nagellacks zu machen und nicht nur über die Farbe des Stuhlgangs meines Babys

Was ich aktuell als Luxus empfinde, hat also im Grunde genommen gar nichts mit Geld zu tun. Man könnte beim Lesen vielleicht auf die Idee kommen, das Leben als Mama wäre so schrecklich, dass man sich nun plötzlich über solche Kleinigkeiten freut, weil man ja so arm dran ist. Oder man wäre als Mutter total egoistisch, wenn man sich so etwas wünscht. Aber nein, so ist es auf gar keinen Fall :) Ich denke jeder braucht kleine Zeitinseln, wo er einfach mal etwas für sich selbst tut. Besonders als junge Mutter erlebt man eine sehr intensive Phase, in der man sich ganz besonders aufopfert. Da ist eine kleine Auszeit Gold wert, um neue Kräfte zu tanken. Hast du vielleicht eine Freundin, die ein Baby hat und willst ihr etwas richtig Luxuriöses schenken? Dann nutz die Gelegenheit. Denn das ist in dieser Lebensphase besonders einfach :D Einfach mal etwas früher zur Verabredung zu ihr nach Hause kommen und den Nachwuchs bespaßen, solange sie in Ruhe und mit geschlossener Tür duscht und sich fertig macht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie dir dann genauso froh um den Hals fällt, als hättest du ihr gerade teure Diamanten geschenkt :D 

Wahrscheinlich übertreibe ich gerade. Und doch gibt es auch solche Tage im Alltag einer Mutter, an denen das sogar untertrieben scheint. An denen wir dankbar für die Kleinsten und einfachsten Dinge sind, die uns kurz mal abschalten lassen. Die uns helfen den Akku aufzuladen, damit wir uns wieder voll und ganz dem wirklich Kostbarsten zuwenden können, das wir in unserem Leben haben dürfen: Unserem Kind :)



Was empfindet ihr eigentlich als Luxus, seitdem ihr Mutter seid :) ?

 


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