Traumgeburt oder doch eher Geburtstrauma?...

Dienstag, 21. Juli 2015


RTL II gucke ich höchstens zum Bügeln. Wenn nichts anderes läuft. Nichts aus diesem TV-Programm geht mir wirklich ans Herz. Gestern sah das jedoch ein wenig anders aus. Ja ok, völlig anders. Ich habe geweint. ,,Sarah und Pietro... bekommen ein Baby" habe ich mir angeschaut, weil ich die beiden einfach sehr sympathisch finde. Und weil sie ähnlich jung wie wir zum ersten Mal Eltern geworden sind. Doch als die beiden gestern im Interview über die Geburt ihres Sohnes Alessio und die Zeit im Krankenhaus geredet haben und man ihnen so deutlich angemerkt hat, wie schwer diese Zeit für sie gewesen sein muss, konnte ich nicht anders. Alte Gefühle und Erinnerungen in mir wurden wach. Leider keine besonders schönen. 

Vielleicht ist es euch ja aufgefallen. Auch wenn ich vieles aus unserem Leben hier auf unserem Blog teile, über MoJos Geburt habe ich nie berichtet. Wahrscheinlich weil ich einiges davon gerne ganz weit von mir wegschieben wollte. Aus Selbstschutz wahrscheinlich. Aber das klappt nicht besonders gut. Immer wieder kommen Gefühle von damals wieder hoch. Und auch wenn wir früher immer von einer Familie mit zwei Kindern geträumt haben, rückt dieser Gedanke für mich immer weiter in den Hintergrund. Ich glaube das hat auch viel damit zu tun, dass ich meine erste Entbindung noch nicht wirklich verdaut habe...



Eins vorneweg: So schlimm wie bei Sarah und Pietro war es bei uns auf keinen Fall. Wahrscheinlich auch nicht so schlimm wie bei einigen von euch, die das hier lesen. Aber für mich war es eindeutig sehr schwierig und hat bei mir so seine Narben hinterlassen. Die Geschichte rund um MoJos Geburt begann eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin. Meine Hebamme beschloss mit einem Wehencocktail ein wenig nachzuhelfen. Also runter mit der ekligen Brühe und dann erstmal eine große Runde gemeinsam spazieren gehen. Das war dann unser letzter Spaziergang mit Kugelbauch. Als mein Mann und ich zurück kamen begannen bei mir die Wehen. Da war es gerade Mittwoch um 15:00 Uhr. Aber die Wehen waren noch nicht so stark, dass ich jetzt schon ins Krankenhaus fahren wollte. Ich habe noch einmal kontrolliert, ob meine Krankenhaustasche wirklich komplett ist und ansonsten versucht, noch ein wenig Kraft zu tanken. Die nächsten Stunden sollten schließlich sehr anstrengend werden. Wie viele es am Ende insgesamt sein sollten, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt zum Glück noch nicht...

So gegen 10 Uhr abends hatte ich dann doch das Gefühl wir sollten uns mal ins Auto setzen und lieber zum Krankenhaus fahren. Ich war froh, dass gerade eine Hebamme vor Ort war, die ich vorher schon beim Wehenbelastungstest kennengelernt habe. Ich hätte mich sehr gefreut, wenn sie beim entscheidenden Moment dabei gewesen wäre. Am Ende waren es sogar drei Hebammen, die ich nacheinander im Schichtwechsel bei mir hatte... Das CTG zeigte auch schon ordentliche Wehen an, aber der Muttermund war (leider) noch völlig geschlosssen. Ich durfte selbst entscheiden, ob ich nun bleiben wollte, oder lieber über Nacht nach Hause fahren wollte. Da ich eine mittelschwere Krankenhausphobie habe, wollte ich dann doch noch mal lieber zurück fahren :D Was folgte war eine grausame Nacht. Ich habe mich vor Schmerzen gekrümmt und an Schlaf war nicht zu denken. Wenigstens mein Mann konnte ein wenig schlafen in dieser Nacht, auch wenn es nicht besonders viel war. Nach dem Frühstück fuhren wir dann sofort zurück ins Krankenhaus. Inzwischen musste ich mich beim Veratmen der Wehen schon sehr konzentrieren. 

Und siehe da, in Sachen Muttermund hatte sich schon einiges getan. Für eine Stunde sollte ich schonmal aufs Zimmer um danach erneut für ein CTG zu kommen. Doch die Herztöne waren besorgniserregend und für uns ging es sofort in den Kreissaal. Erstmal gab es Entwarnung, doch als dann circa eine Stunde später zwei Ärzte und drei Hebammen um mich herum standen, war ich vor Schreck wie erstarrt. Die Herztöne waren nicht bilderbuchreif, aber es sollte auch alles getan werden, um möglicherweise einen Kaiserschnitt zu umgehen. Ich bekam eine PDA, um die Geburt schneller voranzubringen. Was zunächst auch klappte, doch dann kam ein Wehenstopp. Dagegen bekam ich Wehenmittel und kurz darauf die Nachricht, dass die Entzündungswerte in meinem Blut besorgniserregend hoch waren. Also zusätzlich noch Antibiotikum. Auch MoJo wurde von seinem Köpfchen ein wenig Blut abgenommen. Dann folgten noch Dinge, wie ein Blasenkatheter und schlussendlich eine Entbindung mit Saugglocke. Es war kurz vor 23 Uhr als MoJo dann endlich da war. Hinter mir lagen also 32 Stunden Wehen... Körperlich war ich einfach unendlich  erschöpft. Trotzdem war dieser Moment wunderschön. Sogar der schönste in meinem Leben. Die ruhige Zeit im Kreissaal mit meinem Mann und unserem Sohn werde ich nie vergessen.

Doch am nächsten Morgen sah die Welt leider wieder ganz anders aus. MoJo hatte ein Geburtsgewicht von knapp unter 2800 gr und über Nacht Probleme mit seinem Blutzucker und dem Halten seiner Körpertemperatur bekommen. Als die Ärztin uns sagte, dass er dringend auf die Baby-Intensivstation verlegt werden müsste, brach ich innerlich zusammen. Ich machte mir so viele Sorgen, wie noch nie zuvor. Nach so einer langen und schwierigen Geburt, wollten die mir jetzt einfach mein Kind wegnehmen? Ich konnte mich irgendwie noch zusammenreissen, als wir ihn gemeinsam in die Intensiv brachten und an seinem kleinen Köpfchen der Zugang für die Infusion gelegt wurde. Doch als wir ihn dann alleine zurück lassen mussten brach es auf unserem Zimmer aus mir heraus. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu weinen. Ich wollte meinen Sohn so gerne beschützen, doch ich konnte es nicht. Ich wollte ihn ganz nah bei mir haben, doch ich durfte es nicht. Es ist zwar mittlerweile fast ein ganzes Jahr her, aber ich muss immer noch weinen, wenn ich darüber schreibe. 

Es folgten drei weitere schwierige Tage für uns. Es war ein beschissenes Gefühl, sein Baby nicht bei sich zu haben zu können, sondern alle vier Stunden angerufen zu werden zum Füttern und Windeln wechseln. Es war ein schlimmes Gefühl nicht zu wissen, wie schnell er sich wieder erholen würde. Ich fühlte mich machtlos und irgendwie so als würde ich meinen Sohn alleine lassen. Ich seh ihn noch vor mir in seinem kleinen Wärmebettchen. Sollte er nicht lieber den ganzen Tag ganz nah bei seiner Mama und seinem Papa sein? Ich seh ihn noch vor mir, mit seinem Infusionszugang an seinem Kopf, warum musste er gerade einmal auf der Welt schon solche Erfahrungen machen? Der Gedanke, dass er und ich in früherer Zeit und ohne gute medizinische Versorgung die Geburt wahrscheinlich überhaupt nicht überlebt hätten fraß mich auf. Er tat mir so Leid, doch ich konnte ihm einfach nicht helfen. Und irgendwie tat ich mir auch selbst Leid, dass ich die ersten Tage kaum dazu nutzen konnte, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Es war alles so ganz anders, als ich es mir während der Schwangerschaft ausgemalt hatte. In meinem Kopf kreisten immer nur Gedanken der Sorgen. Doch Gott sei Dank ging es von Tag zu Tag bergauf. Das wirklich erlösende Gefühl kam dann jedoch erst auf, als wir endlich gemeinsam nach Hause durften. Als ich hörte, wie der Schlüssel sich im Schloss unserer Eingangstür drehte. Dann erst ging die schöne Kennenlernzeit los. 

Ich hatte gehofft, die Erinnerungen würden schnell verblassen, wenn wir erstmal zu Hause wären. Aber leider ist es nicht so. Das Zurückdenken schmerzt immer noch und irgendwie habe ich sogar Schuldgefühle, auch wenn mir eigentlich bewusst ist, dass ich die eigentlich gar nicht haben sollte. Ich habe Angst davor, wieder schwanger zu werden und wieder ähnliches zu erleben. Oder schlimmeres. Ich hoffe, dass es sich das Ganze noch legen wird mit der Zeit...



Wie geht es euch, wenn ihr an eure Entbindung zurückdenkt? Wie geht ihr damit um, wenn ihr eher ein Geburtstrauma als gute Erfahrungen damit gemacht habt? Geht das irgendwann auch ganz weg?

Einrichtungsfragen, über die sich Eltern von Babys und Kleinkindern wirklich Gedanken machen

Sonntag, 19. Juli 2015

1. Fliesen
 
Hierbei erreicht man das bestmögliche Ergebnis, wenn die Fliesenfarbe möglichst der Farbe der meistverstreuten Essensreste des Nachwuchses entspricht und sie zudem noch so gemustert sind, dass Krümel quasi unsichtbar bleiben

2. Essecke

Die Tapete muss in einem Radius von mindestens 3 m rund um den Esstisch möglichst abwaschbar sein. Besser noch wären 4 m.

3. Teppichböden

Der Teppich sollte nun nicht mehr allzu hochflorig sein. Sieht zwar gut aus, bietet aber viel zu viele Möglichkeiten zum Verstecken von kleinen, verschluckbaren Dingen. Viel praktischer sind Teppiche, die sich ganz leicht saugen lassen. Immer und immer wieder. 


4. Tapeten

Teure Tapeten sind schön und gut. Aber nur, wenn Bunt- und Filzstifte stets außer Reichweite sind. Möglichst in einem Safe.

5.  Lampen

Moderne Stehlampen sind ein stylischer Hingucker. Nicht aber, wenn dein krabbelndes Baby sie als Möglichkeit ansieht, sich daran hochzuziehen. Dann heißt es vielmehr ,,Baum fäääällt..."

6. Staumöglichkeiten

Egal wie klein dein Baby noch ist, du wirst alle Möbel lieben, die so viel Stauraum wie möglich bieten. Trotzdem wirst du wahrscheinlich nicht um extra Spielzeugkisten in Kinder- und Wohnzimmer vorbei kommen. 

7. Schubladen

Schubladen sind toll. Richtig praktisch. Doch trotzdem wird der Moment kommen, an dem du sie am liebsten mit Sekundenkleber zukleben würdest. Dein kleiner Schatz scheint von ihnen magnetisch angezogen zu werden.

8. Dekoration

Dekoration wird von nun an, insofern sie zerbrechlich ist, nur noch ab einer Höhe von 1.50 m über dem Boden und höher platziert. Vielmehr ist Spielzeug nun als Deko zu betrachten. 

9. Treppen

Treppen sind nun Gefahrenquelle Nummer 1 und werden als größter Feind betrachtet. Daher kommen sie auch von beiden Seiten hinter Gittern. 

10. Mitwachsmöbel

Möbel, die mitwachsen und möglichst lange im Gebrauch sein können sind der Hit. Babybetten, die sich in Juniorbetten umbauen lassen, ein Wickeltisch, der zum Regal werden kann und ähnliches sind ganz weit oben auf der Beliebtheitsskala.






Könnt ihr aus Erfahrung noch weitere ,,Einrichtungsfragen" von Eltern ergänzen? :)

Shopvorstellung ,,Janas Ideenreich" und tolles Gewinnspiel mit Karten und co. zur Geburt :)

Dienstag, 14. Juli 2015



Meine kleine Schwester ist ganze 8 Jahre jünger als ich und damit gerade erst süße 16 Jahre alt. Kein Wunder also, dass ich selbst noch keine Tante bin. Bei meinem Mann sieht das Ganze schon anders aus. Er ist der jüngste von 4 Geschwistern und hat aktuell sage und schreibe 7 Nichten und Neffen. Und Nummer 7 kam gerade erst letzte Woche zur Welt. Da ist die Freude in der Familie natürlich riesengroß! Ich gehöre ja zu der Sorte Mensch, die nur von der Schwangerschaft einer Freundin oder eines Familienmitgliedes hört und sofort darüber nachdenkt, was man denn Schönes zur Geburt schenken könnte :D

Meiner Meinung nach darf da eine hübsche Karte mit ganz besonders lieben Worten, die man der frischgebackenen Familie mit auf den Weg geben will, auf gar keinen Fall fehlen. Eine gekaufte 08/15 Karte ist da nicht unbedingt das Nonplusultra, aber zum Selberbasteln fehlt mir schlichtweg das Talent. Wie gut, dass es Dawanda gibt, wo man geballte Kreativität und viele tolle Shops ganz leicht für sich entdecken kann. Mein aktueller Liebling in Sachen Gratulations- und Einladungskarten ist da Janas Ideenreich :)

Beim allerersten Stöbern durch ihren Shop ist mir da gleich ihr toller Stil aufgefallen und vor allem ihre Liebe zum Detail :) Da ich sehr neugierig bin, habe ich mich riesig gefreut, dass sie mir ein paar Fragen beantwortet hat, die mir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen ihres Shops gewährt haben. 


Wie wurde das Basteln zu deinem Hobby? Was magst du daran besonders gerne? 

 Ich habe eigentlich schon immer das Basteln geliebt....Schon aus dem Kindergarten habe ich schöne  Erinnerungen daran :) Habe sogar alle meine Sachen aus dem Kindergarten aufbewahrt :D Dann ging mein Weg weiter, ich entdeckte meine Freude an der Kunst, wollte es schließlich sogar studieren. Aber dann habe ich mich doch anders entschieden. Letzten August entdeckte ich dann die Stanz- und Stempeltechnik und es hat mich fasziniert, welche Möglichkeiten man damit hat. Ich wollte das unbedingt probieren und je mehr ich mich da einarbeitete, desto mehr Spaß machte es mir und ich merkte, dass es für mich totale Entspannung bedeutete. Wenn ich einmal damit anfing, konnte ich gar nicht mehr aufhören :) Das macht echt süchtig :) Beim Basteln gehe ich voll auf und es macht mir Freude zu sehen, was man aus Papier, Farbe und anderen kleinen Materialien erschaffen kann. Es ist ein echt schönes Gefühl. Also in kurzen Worten: 
Ich habe meine Leidenschaft gefunden :)))

Wie entstand daraufhin die Idee mit einem eigenen dawanda-Shop? 

 Die Idee mit dem eigenen Shop kam mir,  weil ich noch mehr lernen und mich kreativ entfalten wollte. Und seit April 2015 habe ich jetzt ein kleines Nebengewerbe. Momentan habe ich eine Menge Aufträge bei denen ich kaum hinterher komme, aber ich liebe diese Herausforderung. Ich fertige einfache Karten, aber auch Einladungskarten für unterschiedliche Feiern an. Auf Wunsch ist fast alles möglich....Auch Gastgeschenke oder besondere Geschenkideen.

Was ist dir bei deinen Karten besonders wichtig?

 Bei meinen Kreationen durchdenke ich jedes Detail, jeden Klecks, jedes Steinchen.... Bei meinen Karten oder Geschenkartikeln ist mir besonders wichtig, dass sie mir selbst gefallen und ich mit meiner Arbeit zufrieden bin.

Was wünscht du dir für dein Unternehmen für die Zukunft?

  Ich möchte in meinen Fähigkeiten wachsen und auch meine Palette erweitern. Auch mehr Stile benutzen, damit für jeden etwas dabei ist. Ich bin auch sehr dankbar für regelmäßiges Feedback, da ich dadurch auch auf neue Ideen komme. 


Also mir persönlich sind Menschen mit solch einem wundervollen kreativen Talent sehr sympathisch! Besonders wenn sie darüber hinaus auch den Mut haben diese Leidenschaft ebenfalls beruflich umzusetzen. Doch bei diesem Dawanda-Shop überzeugt nicht nur der Mensch hinter der Marke, auch Janas Arbeiten sind einfach toll! Ich habe mich so sehr gefreut, als mir die liebe Jana ein Paket mit Produkten rund um das Thema Geburt zugeschickt hat! Das Auspacken hat sich glatt ein wenig wie Weihnachten und Geburtstag angefühlt. Die ganzen liebevollen Details und die professionelle Verarbeitung haben mich 100%-ig überzeugt! Solche Karten verschenkt man garantiert liebend gerne weiter :) 


Und ihr dürft euch ebenfalls freuen, denn Jana hat mir einen ganzen Karton voll mit Karten, Explosionsboxen und Babykörbchen geschickt, die ich nun für euch verlosen darf :)













Und mitmachen ist ganz einfach:
1. Ihr habt unsere Facebookseite geliked :)
2. Ihr habt den entsprechenden Beitrag zu diesem Gewinnspiel geliked oder kommentiert oder mir auch hier auf dem Blog einen Kommentar hinterlassen zu folgender Frage:

An wen würdet ihr die Karte in Zukunft eventuell gerne verschenken? Möchtet ihr lieber ein Produkt für einen Jungen oder ein Mädchen gewinnen?


Freue mich schon sehr auf eure Rückmeldungen! Das Gewinnspiel läuft bis zum 21. Juli 2015. 
Wenn ihr neugierig geworden seid, dann stattet doch Janas Shop mal einen Besuch ab :)

oder auch
Hier bei Facebook, wo ihr noch eine größere Auswahl an Fotos findet :)

Hot, Hotter, Hotpantsverbot! - Wer jetzt eigentlich aufhorchen müsste

Sonntag, 12. Juli 2015



Da sind wohl einigen Verantwortlichen die Temperaturen in diesem Sommer doch ein wenig zu Kopf gestiegen. An einer Realschule im Schwarzwald gibt es aktuell nun tatsächlich ein Hotpantsverbot. Wer sich da zunächst angesprochen fühlt sind dann natürlich in erster Linie die jungen Mädchen. Deren Kleiderschrank kriegt jetzt quasi nen Maulkorb verpasst. Ob für sie im Sommer Hotpants vor allem aufreizend wirken sollen? Wie könnte es auch anders sein. Egal wie sehr man sich bei heißen Temperaturen eine bequeme und angemessene Kleidung wünscht, bedenken muss man wie sehr dadurch die ,,armen" Jungs vom Lernen abgelenkt werden.

Mir geht es auch gar nicht ausschließlich um die Individualität in Modefragen. Viel weitgreifender ist für mich, dass jungen Mädchen mit solchen Vorschriften suggeriert wird, dass sie oberflächlich gesehen einfach ein Lustobjekt sind. Dass ihr Körper nicht etwas ganz Natürliches ist und völlig in Ordnung, sondern dass er eine gewisse Gefahr in sich birgt. Würde ihnen etwas geschehen, sollten sie dann etwa sogar ein Stück weit selbst Schuld daran sein?! Was für eine gefährliche Botschaft, die hier unterschwellig mitschwingt... Und eines ist eigentlich glasklar, wird aber völlig unbeachtet gelassen: Haben Mädchen und Jungs ab einem gewissen Alter nicht BEIDE einen Sexualtrieb? Aufmerksamkeit wird jedoch fast ausschließlich dem der Jungs geschenkt. Mädchen lassen sich also nicht ablenken? 



Durch aktuelle Entwicklungen fühlen sich also zwangsläufig Mädchen und ihre Eltern angesprochen. Aber ich finde es sind eigentlich ganz andere, die vielmehr aufhorchen müssen. Nämlich die Mütter und Väter von Jungen. Denn wo liegt denn nun der Kern des Problems: Bei der Kleiderwahl der Mädchen oder der Reaktion der Jungen? Mir ist nicht wohl dabei, dass mein eigener Sohn einmal mehr Augen für die Hotpants von Mädchen haben sollte als für ihre Augen. Dass er sie in erster Linie als ein Stück Fleisch betrachtet und nicht als eine Persönlichkeit mit ganz eigenem Charakter. Ja klar, er soll auch nicht blind für Attraktivität sein, aber seine Wahrnehmungsgrenze sollte auch nicht an diesem Punkt ihr Ende finden. Ich fühle mich als Mutter eines Jungen durch solche Sachen wie ein Hotpantsverbot an Schulen beleidigt. Mein Sohn wird garantiert niemals eine Art hirnloser Lustmolch für den ein Frauenkörper einfach nur ein Sexualobjekt ist, das behaupte ich jetzt einfach mal so großmäulig. 

Denn meiner Meinung nach sind Eltern maßgeblich mit dafür verantwortlich, was für ein Frauenbild ihre Söhne haben. Vielleicht spielen in diesem Zusammenhang die Väter von Jungen sogar noch die größere Rolle. Sie gehen als gutes oder schlechtes Beispiel voran, ihre Söhne orientieren sich stark an ihnen. Auf jeden Fall sind wir als Eltern gefragt, offen und ehrlich mit unseren Kindern zu sprechen und ihnen die richtigen Werte zu vermitteln. Im Pubertätskarussel spielen dann natürlich noch die Hormone eine große Rolle. Aber das tun sie bei Jungs und Mädchen gleichermaßen. Also sollte man weibliche Reize nicht über die männlichen Stellen und bereits junge Mädchen als eine Art unglücksbringende Schwarze Witwe hinstellen. Das trägt garantiert nicht zu einem positiven Körperbild bei. 

Also mein lieber Sohn. Jetzt ist das auf jeden Fall noch ziemlich weit entfernte Zukunftsmusik. Vielleicht wird man später über solche Sachen wie ein Hotpantsverbot nur noch müde lächeln, vielleicht werden die Regeln aber auch noch strenger werden. Egal was kommt: Für dich wünsche ich mir, dass du Oberflächlichkeit weit von dir wegschiebst. Dass du in einer Frau mehr als nur ihren Körper siehst. Dass du intelligent und weise handelst und dadurch beweist, dass du dein Gehirn auf deinen Schultern und nicht zwischen deinen Beinen trägst. Frauen haben nun einmal Brüste, Beine, Po und noch vieles mehr. Manchmal sind sie mit Stoff verdeckt, manchmal eben nicht. Gewöhn dich am Besten so früh wie möglich daran, denn das ist etwas völlig Normales. So wie du dich in kurzen Hosen oder oberkörperfrei zeigen willst, so wollen auch Mädchen Hotpants und Bikini tragen. Da gibt es überhaupt keinen Unterschied. Aber ich bin mir sicher, dass du und andere junge Männer deiner Generation andere blass erscheinen lassen werden. Nämlich die erwachsenen Männer, die gerade selbst so verblendet sind, dass sie sich nicht weiter zu helfen wissen, als damit bestimmte Kleidungsstücke zu verbieten.




Wie steht ihr zu solchen Kleidungsregeln an Schulen? Was denkt ihr als Eltern von jungen Mädchen? Und fühlt ihr euch auch als Jungseltern davon angesprochen? 

ZWERGENKLEID und ihre neueste Kollektion ,,Zirkusnummer"

Freitag, 10. Juli 2015

,,Manege frei!" dachte ich mir beim Auspacken und war gespannt, was mich erwarten würde. Schnell stellte sich heraus, dass meine Vorfreude garantiert nicht umsonst gewesen war. Ich liebe diesen Moment, wenn einem schon im ersten Moment nach dem Öffnen eines Päckchens die großartige Qualität eines Produktes ins Auge springt. Handarbeit hat ihren Wert und das sieht man sofort, wenn man ein Kleidungsstück von ,,Zwergenkleid" in der Hand hält. Für MoJo haben wir ein super schönes T-Shirt aus der aktuellen Kollektion ,,Zirkusnummer" zugeschickt bekommen, von diesem Thema und Design war ich sofort begeistert.


Aber erst einmal zu den Urhebern dieser Marke :) Zwergenkleid wurde 2013 von den Schwestern Miriam Langenbach und Katrin Mönig gegründet. Beide sind ausgebildete Schneiderinnen und produzieren in Köln hochwertige Kinderkleidung in limitierter Stückzahl. Ich finde es unheimlich bewundernswert, wenn Menschen ihr kreatives Talent zum Beruf machen. Dazu gehört eindeutig eine Menge Mut, weil man ein gewisses Risiko hierbei wohl nie völlig ausschließen kann. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass mir die Gründerinnen  Rede und Antwort standen und ich so einen kleinen Einblick hinter den Vorhang der Manege bekommen konnte ;) 

Zunächst beginnt ja alles mit einer bestimmten Idee, mit einem Traum, den man für sein berufliches Leben hat. Wie war das bei euch?

,,Uns beiden Schwestern hat es schon immer große Freude gemacht Kindersachen zu
entwerfen. Anfangs haben wir für Bekannte und Verwandte viele niedliche Teile genäht. Wir können uns dabei ausleben, denn die Farben und Muster für Kinderkleidung lassen einen großen Raum an Kreativität zu. Immer wieder wurden wir dann auch von Fremden auf diese schönen Stücke angesprochen, so dass wir beschlossen haben uns selbstständig zu machen."

Wie kam es dazu, dass ihr vor allem für die Kleinsten der Kleinsten näht?

,,Wenn sie noch so klein sind, sieht natürlich alles immer viel niedlicher aus...Im Prinzip ist es ja so, dass man am Anfang mit voller Vorfreude seinen Kleinen etwas Besonderes mit hoher Qualität anziehen möchte, darauf haben wir uns spezialisiert."

Worauf legt ihr bei der Auswahl eurer Stoffe und Schnitte besonderen Wert?

,,Auf die Qualität des Materials und die Qualität der Verarbeitung wird besonders hoher Wert gelegt. Die Stoffe sind meist sehr farbenfroh und mit ausgefallenen Mustern versehen. Jedoch sind die Modelle immer aufeinander abgestimmt, so dass sie sehr gut kombiniert werden können. Die Modelle bestehen bisher zu 100% aus Jerseystoffen, die den Kleinen volle Bewegungsfreiheit ermöglichen. Die Schnitte sind demnach auch alle so entwickelt, dass sie praktisch (z.B. beim An-und Ausziehen) und bequem (oftmals Bündchenabschluss an Taille) gearbeitet sind."

Hier einmal ein paar Tragebilder von MoJo in seinem neuen Dimitri-Shirt Gewichtheber :)Wir hier zuhause sind einfach nur hin und weg von dem schönen Design :)







Einfach zuckersüß! Ich finde die Welt des Zirkus lässt so viel Platz für Kreativität und außerdem ganz viel Raum zum Träumen :) Das liebe ich an dem Thema der neuesten Zwergenkleid-Kollektion neben der auffällig guten Qualität der liebevoll in Handarbeit hergestellten Stücke. Deswegen war ich auch neugierig, woher nun eigentlich die Inspiration für dieses Motto kam:

,,Da wir ja immer zu einem bestimmten Thema unsere Kollektion (2 pro Jahr) entwickeln, haben wir überlegt, was denn gut zu Frühling/ Sommer passen könnte. Als wir zuletzt gemeinsam mit unseren Nichten im Zoo waren, ist uns die Idee gekommen, wir könnten doch was mit Zootieren machen. Zootiere allein fanden wir dann ein wenig einseitig, so dass wir noch weiter überlegt haben und zu dem Thema Zirkus, auch historischer Jahrmarkt ganz viele Ideen hatten."

Und welche Wünsche für die Zukunft habt ihr bezüglich Zwergenkleid?

,,Wir wünschen uns natürlich, dass wir weiterhin so viel Freude an unserer Arbeit haben werden!
Es wäre natürlich auch sehr schön, wenn wir etwas erfolgreicher, trotzdem aber "exklusiv" bleiben können, also in dem Sinne keine Massenware herstellen wollen."


Ich persönlich finde es toll, einen kleinen Einblick hinter die Kulissen wagen zu können, wenn ich Kleidung für meinen Sohn aussuche :) Handgemachtes hat da nochmal einen ganz anderen Charakter und Wert. Zwergenkleid hat mich hundertprozentig überzeugt, da ein sympathisches Team hinter dieser Manufaktur steckt, die Qualität einfach toll ist und zudem das Design sehr stilvoll :) 


Wenn ihr nun neugierig geworden seid, lasst euch doch gerne von meinem Shopping-Fieber anstecken und schaut einmal bei Zwergenkleid vorbei :)
 auf ihrer Facebook-Seite
oder auch direkt im Laden bei ,,Kleine Pioniere" in Düsseldorf 




Und wer gerne einmal nach Holland reisen will und dabei eine ganze besondere Übernachtung in einem umgebauten Zirkuswagen genießen will, der kann gerne bei ,,Pipowagen Warm Welkom" vorbeschauen :) Hier sind auch die Fotos für diesen Post entstanden :)

Wenn Glück plötzlich zerbrechlich ist

Sonntag, 5. Juli 2015



Von Wattekindern und ihren ängstlichen mutigen Eltern

Ich bewundere Menschen, denen etwas herunterfällt und die danach trotzdem fröhlich die Scherben aufsammeln können, weil so etwas doch schonmal vorkommen kann. Ich selbst hasse es, wenn mir so etwas passiert. Wenn etwas zerbricht, weckt es jedes Mal in mir ein schrecklich ungutes Gefühl... Das schlechte Gewissen und die Sehnsucht danach, die Zeit doch mal eben zurückdrehen zu können. Nur für ein paar Sekunden. Sodass danach alles wieder heil ist...

In meinem Leben war ich schon sehr oft glücklich. Glücklich über eine aufopferungsvolle Familie, über Freunde, auf die ich mich immer verlassen kann, meine Abschlüsse an Schule und Uni, meinen treuen und liebevollen Ehemann und vieles mehr, das mir bisher in meinem Leben begegnet ist. Aber noch nie hatte ich in so einem großen Ausmaß das Gefühl, dass Glück so unheimlich zerbrechlich ist, wie seitdem ich Mutter bin.


Den Moment von MoJos Geburt werde ich nie vergessen... Es kam mir so vor, als müsste in diesem Augenblick gerade die Zeit stehen geblieben sein. Nicht nur im Kreissaal, sondern auf der ganzen Welt... Ich war plötzlich innerlich so unheimlich ruhig. Unsere Familie schien mir gerade kompletter denje. Dieser kleine Mensch gehörte von nun an zu uns. Meine Verbindung zu ihm fühlt sich für mich enger an, als ich es vorher überhaupt für möglich gehalten hätte.

Doch die Ruhe hielt nicht auf Dauer an. Wenn wir nebeneinander im Bett lagen, musterte ich meinen kleinen Sohn ganz genau. Seine kleine Nase, seine kleinen Lippen, seine kleinen Händchen und Füßchen. Er kam mir so unfassbar süß aber auch so zerbrechlich vor. Ich liebte dieses kleine und zerbrechliche Wesen so sehr, dass es fast schon weh tat. Und alleine der Gedanke, dass ihm einmal Schlechtes widerfahren könnte, zerriss mir fast das Herz. Dieser Schmerz war genauso intensiv wie die Liebe, die ich empfand.

Wenn ich könnte, würde ich alles für ihn geben. Doch trotzdem ist mir bewusst, dass ich ihn nicht immer beschützen werden kann. Den Spruch: ,,Du bist Mutter, wenn dein Herz außerhalb deines eigenen Körpers schlägt" fand ich immer schrecklich kitschig und überzogen. Nun denke ich, dass da sehr wohl etwas Wahres dran ist. Mein Glück ist so eng verknüpft mit diesem kleinen Menschen. Aber warum muss sich dieses Glück nun auch so schrecklich zerbrechlich anfühlen?

Wegen dieser Erfahrung neigen wir Eltern oft dazu, unsere Kinder bestmöglich in Watte zu packen. Das heißt nicht nur, dass unser Zuhause 100%-ig kindersicher gemacht wird, wir tun auch alles uns nur irgendwie Mögliche, um schlechte Erfahrungen von unseren Kindern fernzuhalten. Aus Liebe und Angst heraus.  Ich denke, das ist ganz natürlich. Wenn sich Glück plötzlich so zerbrechlich anfühlt, tun wir doch automatisch alles dafür, dass es uns bloß nicht herunterfällt und nicht kaputt geht. Weil uns unser Kind wertvoller ist, als alles Andere.

Aber kann man das Glück wirklich festhalten? Oder klammern wir uns in Wirklichkeit eigentlich doch nur an unsere Angst? Ich will, dass mein Sohn mutig wird. Dass er keine Angst vor dem Scheitern hat. Dass er aus schlechten Situationen das Bestmöglichste machen wird. Dass er Schmerz ertragen kann. Dass er trotzdem nie die Hoffnung verliert. Aber all das wird er vermutlich nie lernen, wenn ich ihn permanent in Watte packe. Ich glaube fest daran, dass sich die Ängste von Eltern leider automatisch auch auf ihre Kinder auswirken. Und ganz egal wie nachvollziehbar und real unsere Angst auch ist: Man muss wohl irgendwie lernen, mit ihr umzugehen. Sie von Zeit zu Zeit auch völlig ziehen zu lassen.
Das Glück wird wohl immer zerbrechlich bleiben. Aber ist es nicht genau das, was es so einzigartig und wertvoll macht? Wenn man mich fragt, was ich am Mutter-Sein als größte Herausforderung empfinde, dann ist es genau das. Mich selbst plötzlich so angreifbar und zerbrechlich zu fühlen, weil mir so etwas Wertvolles und Liebenswertes anvertraut wurde. Schlaflose Nächte, Zeitmangel und Stress sind im Vergleich dazu für mich nur das kleinere Übel. 

Aber vielleicht macht genau das uns als Mütter auch so stark. Zu wissen, wie zerbrechlich wir und unser Glück plötzlich sind, und es trotzdem zu akzeptieren und mutig weiter zu machen. 

 

Kennt ihr dieses neue Gefühl von Zerbrechlichkeit, seitdem ihr Mutter seid? Wie geht ihr damit um?


 


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