Die perfekte St. Martin - Laterne für Babys und Kleinkinder

Donnerstag, 29. Oktober 2015


Sobald man Kinder hat, erlebt man Feste noch viel intensiver als zuvor. Das erste Weihnachtsfest unter dem liebevoll geschmückten Tannenbaum, die ersten vom ,,Osterhasen" versteckten kleinen Geschenke, das erste Mal lustig Verkleiden an Karneval und im Herbst der erste stimmungsvolle Laternenumzug zu St.Martin... Im letzten Jahr war MoJo noch etwas zu klein, um vom St. Martinsfest richtig etwas mitzubekommen. Doch in diesem Jahr ist er ein Jahr alt, bekommt seine erste mit Leckereien gefüllte Martinstüte und hat mit mir gemeinsam auch an seiner Laterne gebastelt.

Bzw. Laternen, denn insgesamt hat er eigentlich zwei. Die eine haben wir letzte Woche mit den anderen Eltern und Kindern in seiner Spielgruppe gebastelt. Sie ist wirklich süß. Ein kleiner Fliegenpilz aus Pappe und Pergamentpapier, der zu seinem ersten Martinszug Anfang November ebenfalls mitkommt. Doch kennst Du das? Die meisten Laternen sehen niedlich aus, sind aber nicht wirklich für kleine Baby- oder Kleinkinderhände geeignet. Viel zu schnell würden sie kaputt gehen. Und in diesem Alter haben wohl die wenigsten Mini-Abenteurer die Geduld den ganzen spannenden Martinszug über brav den Stock ihrer Laterne festzuhalten. 

Doch ich dachte mir, es muss sie doch geben: Die perfekte Laterne für die Kleinsten. Also ab in den Bastelladen und das große Basteln konnte beginnen! Falls Du Lust zum Nachbasteln hast, teile ich hier gerne eine kleine DIY Anleitung. Die Grundidee: Die Laterne können Kinder problemlos einfach in der Hand halten, ohne dass sie kaputt geht oder zu heiß wird. Kleine Features sorgen zusätzlich für den Spielspaß für unterwegs. Aber seht selbst: 


Schritt 1: Der Laternenkorpus



Kleine Händchen sind zuckersüß, aber man staunt manchmal nicht schlecht, wie fest sie auch zugreifen können. Daher ist Stabilität für diese Laterne das A und O. Deswegen benutzen wir für diese Laterne auch kein Pergamentpapier, sondern eine  möglichst dicke transparente Folie. Beim Aussuchen kannst Du ganz leicht den Knicktest machen: Lässt sich die Folie leicht knicken und es entstehen dadurch unschöne Spuren? Dann ist die Folie leider zu dünn. Wir haben uns für eine Dicke von 0,4 mm entschieden. Die Folie lässt sich so noch leicht genug zum Laternenkorpus drehen, lässt sich aber beim Festhalten und Drücken der Laterne nicht einknicken. Fixiert wird der Folienzylinder mit praktischen Käseschachteln zum Basteln von Laternen. Am besten fängt man mit dem Boden an, fixiert diesen mit Sekundenkleber und klebt dann den Deckel drauf. 

Schritt 2: Die Dekoration



Ist der Laternenkorpus gelungen und stabil, dann ist das eigentlich schon die halbe Miete. Aber wer geht schon gerne mit einer öden, durchsichtigen Laterne zum Umzug? Da muss also noch ordentlich etwas passieren, damit auch die Optik am Ende überzeugen kann. Wir haben uns für ein herbstliches Motto für unsere Laterne entschieden. Also vor allem Braun- und Orangetöne, Herbstblätter und als Eyecatcher einen Fuchs. Alles aus Filz. So ist die Deko auch schön weich und bestens geeignet zum Befühlen und Betasten, Bei den Blättern haben wir es uns mal etwas einfacher gemacht. Herbstblätter aus Filz gibt es bereits fertig zu kaufen. Der Fuchs oder natürlich auch ein beliebiges anderes Motiv, lässt sich ganz einfach mit oder ohne Vorlage vorzeichnen und auf bunten Bastelfilz übertragen. Am Besten klebt man den Filz auch noch so auf, damit die Käseschachtel und die Klebenaht nicht mehr zu sehen sind.

Schritt 3: Die Features


Um das ganze noch ein wenig kindgerechter zu machen, gibt es einen Henkel aus kleinen Holzperlen für die Laterne. Dafür habe ich dicken Basteldraht benutzt. An den könnte man für kleinere Kinder auch noch gut weitere Spielzeuge befestigen. Oder wie wäre es mit dem Lieblingsbeißring, der so mit zum Martinszug kommen kann? Wenn die Kleinen schon laufen können, können sie ihre Laterne auch am Henkel tragen. Für sie wird das vermutlich einfacher sein als die Laterne an einem Leuchtstab festzuhalten.


Zum Herumspielen und (wenn man sich besonders viel Mühe gibt, es fest und sicher zu machen) zum Herumkauen gibt es noch eine Extra Kette aus Holzperlen und Glöckchen, aufgefädelt an einer dünnen Lederschnur. So können selbst die Kleinsten bei den St. Martins Liedern mitmusizieren ;)




Fügt man all die Eintelteile zusammen, so ist doch wirklich eine Laterne entstanden, mit der man sich auf dem St. Martinszug sehen lassen kann :) 


 Mein Tipp: Unsere Laterne ist recht groß geworden. Für Babys kann man sie aber natürlich auch im Mini-Format basteln. Man kann direkt an der Laterne noch Glöckchen, kleine Pappsschachteln mit Reis und co. befestigen. So fungiert die Laterne selbst als eine Art Rassel.

Ohne Beleuchtung geht natürlich gar nichts. Dafür habe ich einfache LED Teelichter benutzt. Vor dem Zug werde ich sie einfach mit doppelseitigem Kleband am Laternenboden befestigen. So leuchtet die Babylaterne schön, wird aber nicht warm und man kann sie sorglos den ganzen Zug über in den Händen halten.


Alles, was man zum Basteln braucht auf einen Blick:





Egal mit welcher Laterne Ihr unterwegs seid, ich wünsche Euch und Euren Lieben schon einmal im Voraus einen tollen Umzug zu St. Martin! Und natürlich viel Freude beim Entdecken und Vernaschen des Inhalts der St- Martinstüten. Hoffentlich teilen unsere Kleinen auch mit uns ;)

Einsamkeit als moderne Mütterkrankheit?

Donnerstag, 22. Oktober 2015

 
Wenn man bloggt, dann zeichnet man nach außen hin automatisch ein Bild von sich. Das passiert bewusst oder unbewusst. Meistens berichte ich über die positiven Dinge aus meinem Leben als Mama, das ich nun schon über ein Jahr führe. (Seltsamerweise fühlt es sich trotzdem immer noch ziemlich neu an :D) Da ich aber auch viel Wert darauf lege hier authentisch zu sein, möchte ich in diesem Post auch etwas ansprechen, das mich immer mal wieder bedrückt. So wie in den letzten Tagen auch.
 
Es ist schon komisch. Wenn ich mal so recht darüber nachdenke, bin ich seitdem MoJo auf der Welt ist, eigentlich so gut wie nie allein. Den allergrößten Teil des Tages verbringen wir gemeinsam. Wir wachen nebeneinander auf, essen gemeinsam, spielen gemeinsam, spazieren gemeinsam, lachen gemeinsam, ärgern uns gemeinsam und schlafen dann abends auch wieder gemeinsam ein. Das kannte ich vorher nicht. Mit einer Person rund um die Uhr zusammen sein. Wie kann man denn dann noch einsam sein? Irgendwie gelingt es mir doch, mich so zu fühlen. Mal mehr mal weniger.
 
 
 
Eigentlich paradox, oder? Nie allein und doch einsam. Es gibt schließlich nicht einmal mehr Fotos auf denen ich alleine zu sehen bin. Aber ich hoffe ihr könnt ein wenig nachvollziehen, wie ich das meine. Ich liebe meinen Sohn und genieße die Zeit mit ihm sehr. Ich bin die Art von Frau, die in ihrer Mutterrolle aufgeht und die Entscheidung eine Familie zu gründen nicht bereut. Doch manchmal fehlt eben trotzdem etwas... In der Schul- und Studienzeit war ich ständig von Leuten umgeben. Ein Gespräch jagte das Nächste. Unternehmungen brachten die nötige Abwechslung. Beziehungen zu Freunden bestimmten meinen Tagesablauf.
 
Doch während der Elternzeit verbringe ich so viel Zeit wie nie zuvor zuhause. Und auch wenn ich nie alleine bin, sehe ich doch meistens die gleiche kleine liebe Person. Manchmal packt mich da richtig die Sehnsucht nach meinen Freunden. Auch wenn wir uns immer noch schreiben und treffen, dann ist es doch nicht mehr das gleiche wie früher. Bestimmten sie früher meinen Alltag, so sind sie nun eine seltenere Abwechslung von meinem Alltag.
 
Und wenn wir uns dann sehen, dann trennt uns doch etwas, das es früher nicht gab. In meinem Alter leben die meisten noch eine andere Art von Leben. Deshalb teile ich mit meinen Freunden nicht mehr die gleichen Erfahrungen wie früher. Man tauscht sich aus und versucht dem anderen seine Gedanken und Gefühle so gut wie möglich verständlich zu machen. Das klappt mal besser, mal schlechter. So kann man sich auch mal mitten im Gespräch einsam fühlen.
 
Ich denke früher war das ganz anders. Also ganz früher. In Zeiten, wo der größte Teil der Familie rund um das eigene Haus beschäftigt war. Wo viele Generationen unter einem Dach zusammenlebten. Da waren auch frischgebackene Mütter nicht den meisten Teil des Tages alleine mit ihrem Kind. Sie waren meistens Teil einer Gruppe, in der man sich gegenseitig unterstützte. Heute ist das anders. In der Elternzeit wird man aus seinem alten Job herausgerissen und quasi in seine eigenen vier Wände versetzt. Zusammen mit seinem Kind, im Idealfall darauf wartend, dass am Abend der Papa dazu kommt und einem von der Welt da draußen berichtet. :D
 
Auch wenn durch Internet und Social Media heutzutage alles viel vernetzter ist, ist das nicht unbedingt ein Ersatz für ein reales Zusammensein. Aber wenn Du das nächste Mal eine Mutter an ihrem Smartphone siehst, dann verurteile sie nicht sofort, wahrscheinlich ist sie auch ein wenig einsam und sucht sich übers Handy ihren Draht nach außen. Denn egal wie viel Spaß es macht Zeit mit seinem Kind zu verbringen, es kann auf Dauer natürlich nicht die Gespräche mit Erwachsenen ersetzen. Einen Austausch auf Augenhöhe.
 
Was ich dagegen mache? So oft wie möglich doch mal eine Abwechslung zum Alltag suchen. So oft es geht, mit MoJo und meinen Freunden gemeinsam etwas zu unternehmen, wenn es möglich ist auch ohne ihn nur unter Erwachsenen. Denn nur jammern hilft natürlich nicht :D Man kann bis zu einem gewissen Limit etwas gegen die mütterliche Einsamkeit tun, man muss sich nur darum bemühen. Trotzdem hoffe ich, dass mein ungewohnt melancholischer Ton euch nicht auf die Nerven gegangen ist. Aber manchmal muss das eben auch mal sein. Und vielleicht hat sich ja die ein oder andere von euch wieder erkannt in den Gefühlen, die ich hier beschrieben habe :) Wenn ja, dann sei beruhigt: Du bist damit nicht alleine ;)
 
 

Mama Sohn Partnerlook: Kuscheliges Herbstoutfit

Dienstag, 20. Oktober 2015


Wem es immer noch nicht aufgefallen ist, der hat wahrscheinlich schon etwas länger nicht das Haus verlassen. Es ist Herbst! Die Blätter werden bunt, der Wind kühler und nach einem Spaziergang gibt es nichts schöneres als sich bequem auf die Couch zu kuscheln :) Das haben MoJo und ich heute in einem herbstlichen Partnerlook gemacht. Ich liebe es, wenn es mir gelingt mein Outfit ein bisschen auf das meines Sohnes abzustimmen. So dass man die Gemeinsamkeit erkennt, aber es nicht nach Möchtegern-Doppeltes Lottchen aussieht.
 
Und was sieht man jeden Herbst aufs Neue, wenn die Lieblingspullis wieder herausgekramt werden? Natürlich das schöne alte Zopfmuster, das sehr gut bei Mädels und Jungs geht und sich daher prima für einen Mutter - Sohn Partnerlook eignet :)
 
 
Noch die Lieblingsjeans dazu und man kann sich in dem Outfit ruhig raustrauen, obwohl es auch gemütlich genug fürs Sofa ist :)


Kuscheln tut vor allem Mama gerne :D Der Sohnemann mag da lieber Action. Umso schöner, wenn er sich dann doch mal anschmiegt und seine Küsschen verteilt <3


Da ihm das aber auch schnell wieder langweilig wird, kann man mit der warmen Kuscheldecke ja zum Glück auch noch ein bisschen Guck-Guck spielen :)
 
 
Strickpullover mit Zopfmuster findet man gerade überall, wir haben unsere in diesem Fall bei H&M entdeckt. Vielleicht gefällt euch ja unser herbstlicher Kuschellook und wir konnten euch ein wenig Lust aufs Shoppen machen :) Genießt die Herbsttage, draußen und auf dem Sofa :)
 
 
 

Was ich mir anders vorgestellt hatte- Teil 1: Schlaf

Freitag, 16. Oktober 2015


Selbst wenn man sie noch nicht hat, so hat man zumindest immer eine Vorstellung davon, wie es mit eigenen Kindern wäre. Diese Familien-Phantasiewelt gleicht dann entweder einem Thriller, was einen dazu bringt die Gründung einer Familie so weit wie möglich nach hinten zu verschieben. Oder sie ist mehr wie ein bunter Bollywood Film, bei dem man zwar immer auch ein bisschen weint, aber trotzdem viel liebt und lacht und vor allem bei jeder sich bietender Gelegenheit ausgelassen tanzt. Dann steht das Kinderkriegen ganz weit oben auf der persönlichen Wunschliste.

Beim Thema Schlaf hatte ich bevor ich selbst Mutter wurde meistens die selig schlafenden und zuckersüßen Babys aus der Pamperswerbung vor Augen. Weder eine nasse Windel noch sonst irgendetwas konnte sie scheinbar vom Schlafen abbringen. Das gefiel mir natürlich nicht schlecht. Erzählungen von kleinen Wenigschläfern oder Schlafverweigerern wurden in meiner Wahrnehmung unterbewusst ganz weit nach hinten geschoben, in eine dunkle Ecke in der auch selten Staub gewischt wurde.

 
 
 
Kaum waren wir mit MoJo zuhause, zogen diese Erinnerungen jedoch direkt in den hellen Eingangsbereich meines Gehirns. Denn aus theoretischen Erzählungen wurden dann ganz schnell praktische eigene Erfahrungen.  Die ersten zwei Wochen zuhause waren eine Katastrophe. MoJo wurde nachts mindestens alle zwei Stunden wach, manchmal sogar stündlich. Zum Glück hatte mein Mann für diese zwei Wochen Urlaub genommen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie diese Anfangszeit alleine gewesen wäre. ( Respekt an alle Frauen, die das geschafft haben!) In meiner Vorstellung von früher schliefen Babys übrigens immer in ihrem eigenen Bett, vorzugsweise sogar in ihrem eigenen Zimmer. So haben wir es auch zu Beginn durchgezogen (wobei man vielleicht erwähnen sollte, dass wir deshalb in MoJos Zimmer auf der Coach geschlafen haben :D )
 
Tagsüber hatte ich das noch einigermaßen unter Kontrolle. Doch die Nächte waren der Horror. Man glaubt gar nicht, wie so  ein anhaltender Schlafmangel einen fertig machen kann. Eines Nachts stand mein Mann auf als MoJo weinte und ich schlief schon nach ein paar Sekunden wieder ein. Als ich  aufwachte, wunderte ich mich nicht schlecht: Warum fühlte ich mich denn nun auf einmal so erholt? Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich ganze sechs Stunden am Stück geschlafen hatte. Wie war das denn plötzlich möglich? Ich drehte mich um und schon sah ich die Antwort vor mir. MoJo lag bei uns in der Mitte und schlummerte friedlich vor sich hin. Mein Mann hatte ihn aus lauter Verzweiflung nachts zu uns ins Bett genommen. Wir staunten beide nicht schlecht, wie gut das funktioniert hatte. Hätte ich das bewusst mitbekommen, dann hätte ich hundertprozentig Angst gehabt, ihn im Schlaf zu zerquetschen. So hatte ich aber gar nichts davon mitbekommen und die Sorgen in Sachen Co-Sleeping waren nun viel geringer.
 
Weil wir schon fast vergessen hatten, wie schön Schlaf sein kann, behielten wir uns diese neue Methode bei. MoJo schlief bei uns. Mindestens vier Stunden am Stück. Das ließ sich gut aushalten. Und siehe da, als er gerade einmal 2 Monate alt war schlief er durch. Vor 8 Uhr sind MoJo und ich  seitdem morgens nicht mehr aufgestanden. Ganz anders als ich es mir vorher vorgestellt hatte, hat sich so seit diesem Erlebnis bei uns das Familienbett etabliert. Natürlich haben wir mittlerweile auch versucht, MoJo wieder ,,auszuquartieren". Doch dann wird er nachts einfach viel zu oft wach und weint. Unserem Schlaf zuliebe schläft er deshalb immer noch bei uns. Ich weiß, einige von euch mögen das vielleicht als inkonsequent betrachten, aber zumindest im Moment ist es so für uns am angenehmsten. Ich selbst schlafe auch besser, wenn ich weiß, dass mein Sohn in der Nähe ist und ich ihn beim zwischendurch aufwachen sehen und hören kann.
 
Aber kommen wir doch mal zu einem anderen Phänomen, dem Mittagsschlaf. Bevor ich Mutter wurde, dachte ich Babys schlafen tagsüber nur einmal mittags. Ich wunderte mich sehr als MoJo als kleines Baby manchmal 3-4 Mal am Tag ein kleines Nickerchen machte. Meist zwar ausschließlich auf meinem Arm oder draußen im Kinderwagen, aber man muss sich ja schließlich nur zu helfen wissen ;) Einmal am Tag schlief er also draußen während ich eine große Runde mit ihm drehte. Das tägliche Spazierengehen tut uns beiden sehr gut. Die anderen Male schlief er bei mir und ich nutzte die Zeit, um abzuschalten während ich mir meine Lieblingsserie anschaute. Ich muss schmunzeln, wenn ich daran denke, dass das früher sogar ohne Kopfhörer ging. Mittlerweile schläft MoJo nur noch einmal am Tag bei uns im Bett für ca. 2 Stunden (nicht mehr im Kinderwagen). Dabei muss es aber absolut ruhig sein. Zum Thema Geräusche ein weiterer Vergleich:
 
Was ich früher dachte, wovon Babys wach werden: 
  • zuknallende Türen
  • Baustellenlärm
  • Klospülungen
  • die Türklingel
  • ein Anruf
  • ein landendes Flugzeug
Wovon MoJo mittags wach wird:

  • das leise Vibrieren meines Handys
  • durch das alleinige Erahnen, dass ich mich gerade zum Essen hinsetze
  • das Rascheln der Seiten meines Lieblingsbuches
  • wenn ich aus dem Zimmer schleiche, um zur Toilette zu gehen

Es ist also im Leben mit Kind längst nicht alles so, wie man es sich vorher vorgestellt hat. Auch nicht beim Thema Schlaf. Aber das macht nichts. Es wäre ja auch langweilig, wenn alles so vorhersehbar wäre. Das Elternsein ist für meinen Mann und mich das größte Abenteuer, das wir je erlebt haben. Und richtige Abenteuer stecken nun einmal voller Überraschungen!


 
Wie ist das bei euch? Was läuft beim Thema Schlaf ganz anders als ihr es euch vorgestellt hattet?

Der (ganz normale) U-Untersuchungswahnsinn

Dienstag, 13. Oktober 2015


Eines haben sowohl meine Frauenärztin als auch MoJos Kinderärztin gemeinsam: Auf beide kann ich mich 100%-ig verlassen, weil sie einfach unheimlich kompetent und engagiert sind. Aber vermutlich genau hierdurch haben sie beide auch einen leichten Hang zur Überbesorgnis... Während meiner Schwangerschaft äußerte sich das so, dass ich insgesamt zweimal eine Überweisung zur Feindiagnostik erhalten habe. Jedes Mal weil MoJo im Vergleich recht klein war . Aber zum Glück, gab es auch immer sofort Entwarnung mit der Erklärung, ich könne als kleine Frau glücklich über ein kleines Baby sein, schließlich müsse ich es ja noch zur Welt bringen :D Naja, ich war meiner Ärztin dankbar, dass sie sich lieber zu viele Sorgen gemacht hat als zu wenige. Vorsorge ist schließlich besser als Nachsorge. Trotzdem war es nicht immer leicht, da ich mir als werdende Mütter natürlich auch jedes Mal Gedanken machen musste, ob wirklich alles in Ordnung sei.
 
MoJo mit einem seiner ersten Bodys (in Größe 50). Der passt garantiert nicht mehr :D
 
Bei der Kinderärztin ging es dann auch so weiter. Zunächst gab es keine U-Untersuchung, die ich ohne eine Überweisung zur Physiotherapie verlassen habe. Die erste war auch bitter nötig. Dadurch dass bei MoJos Geburt mit der Saugglocke nachgeholfen werden musste, hatten sich bei ihm im Halsbereich Muskeln verspannt, sodass er seinen Kopf in die eine Richtung nicht so gut drehen konnte. Im Krankenhaus war das keinem aufgefallen und ich ärgere mich bis heute, dass ich es bis zur ersten U-Untersuchung beim Kinderarzt auch selbst nicht bemerkt hatte... Aber zu Beginn sind Babys ja noch nicht so mobil, außerdem ist alles noch so neu für einen als Mutter... Aber ich rate allen frischgebackenen Mamas aus leider eigener Erfahrung: Achtet am Besten einmal ganz bewusst darauf, ob euer Schatz sein Köpfchen in beide Richtungen gleich gut bewegen kann. Leider kann man sich nicht immer darauf verlassen, dass solche Dinge schon bei der Abschlussuntersuchung im Krankenhaus auffallen...Im schlimmsten Fall drohen aber leider Verformungen des Köpfchens und ein fieser Helm... Der ist uns zum Glück erspart geblieben und das Problem hat sich dank einer guten Physiotherapie schnell wieder erledigt.
 
Deswegen machte ich mir vor der nächsten U-Untersuchung auch keine großartigen Gedanken. MoJo war 6 Monate alt, aber konnte sich noch nicht selbst drehen. Vermutlich wegen der Vorgeschichte mit seinem Hals. Deshalb gab es wieder eine Überweisung zur Physio. Spaßeshalber habe ich erst einmal eine Woche gewartet, bevor ich einen Termin gemacht habe. Das ,,Problem" hatte sich bis dahin selbst erledigt. Hingegangen sind wir dann trotzdem. Schon bald kugelte sich MoJo quer durch die Wohnung und bei der Physio wurde das Krabbeln geübt. Manchmal verstehe ich diesen Hang zur Eile nicht. Als Embryos entwickeln sich Babys noch streng nach Maß. Doch noch im Mutterleib ändert sich dies. Auch in der selben SSW kommen Babys mit recht unterschiedlichem Geburtsgewicht zur Welt, haben nicht den gleichen Kopfumfang und sind auch nicht alle gleich lang. Das wäre doch auch langweilig, oder? ;)
 
Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus, in dem es wächst und lernt. Die einen entwickeln sich motorisch sehr schnell, die anderen scheinen zu Beginn eher sprachlich vorzulegen. Letzteres war bei MoJo der Fall. Entwicklung nach Kalender halte ich für absoluten Blödsinn. Zahlen können eine grobe Orientierung geben, mehr aber auch nicht. Natürlich gibt es irgendwann eine Grenze, bei der man lieber handeln und ,,nachhelfen" sollte. Aber meist kommt das Thema schon früher auf den Tisch und stresst Eltern im Grunde genommen unnötig. Noch schlimmer finde ich da aber Kommentare von außen. ,,Mein Kind konnte aber in dem Alter schon krabbeln... Sollte er inzwischen nicht schon selbst laufen können?..." Früher habe ich mir so etwas zu Herzen genommen, mittlerweile ignoriere ich es. Ich glaube das schlimmste, was man als Mutter machen kann, ist sein Kind mit anderen Kindern zu vergleichen. Es ist doch schön, dass jeder anders ist und sein eigenes Aussehen und Begabungen hat. Unterschiede, die heute auffallen, können morgen schon wieder aufgeholt sein. Fördern ist natürlich nie verboten, aber nie aus Zwang, sondern lieber aus Freude an der Sache.
 
Mit gemischten Gefühlen war ich also vor kurzem bei der U6. Die Arzthelferin legte Maß an und frage MoJo dabei grinsend: ,,Na kleiner Mann, willst du nicht ein wenig größer sein?" Da rechnete ich mal wieder mit irgendeiner neuen Botschaft, doch die Ärztin meinte dazu nur, dass er das schon aufholen werde ;) Ich atmete durch. Dann kam die Frage: ,,Kann er schon laufen?" Ich wurde wieder zögerlich. Ich hatte keine große Lust darauf wieder zur Physio geschickt zu werden, weil mein Sohn mit einem Jahr noch nicht laufen konnte. Er zieht sich mittlerweile an allen möglichen Gegenständen hoch, läuft seitlich am Sofa hin und her und kann auch schon am Lauflernwagen selbstständig gehen. Ohne Babyrollator geht´s noch nicht. Das fand (zu meiner Überraschung und Erleichterung) die Kinderärztin aber auch nicht weiter schlimm und meine Abneigung gegen U-Untersuchungen war wie verflogen ;D
 
Warum ich davon schreibe? Weil ich euch gerne Mut machen möchte, falls ihr in einer ähnlichen Situation steckt. Macht euch keine Sorgen, wenn eure Kinder nicht immer den passenden Entwicklungsschritt wie im Baby-Newsletter hingelegt haben. Hört nicht hin, wenn andere blöde Kommentare dazu machen. Wenn ihr zurückdenkt, werdet ihr merken wie viel euer Schatz in kürzester Zeit bereits dazu gelernt hat. Das ist eine riesige Leistung auf die man stolz sein kann. Vergleichen lohnt sich nicht. Da geht doch auch der Spaß am dazu lernen verloren ;)
 
 
Welche Erfahrungen habt ihr mit ,,Entwicklung nach Maß" gemacht?
 
 
 


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