,,Alles steht Kopf"- Ein Königreich für deine Gedanken!

Dienstag, 17. November 2015


Um Disney zu lieben kann man nie zu alt sein. So geht es zumindest mir. Und auch wenn ich eher Fan der alten Klassiker bin, war ich doch gespannt auf Disneys neuestes Werk ,,Alles steht Kopf". Seid ihr auch manchmal enttäuscht, dass man den meisten Menschen eben nur bis auf ihre Stirn gucken kann, obwohl man doch allzu gerne wissen würde, was sich im Inneren des Kopfes abspielt? Dank der elfjährigen Riley im Filmabenteuer bekommt man einen charmanten Einblick, wie es denn ungefähr ablaufen könnte. In der Kommandozentrale leisten hier fünf Emotionen Schwerstarbeit. Freude, Kummer, Wut, Ekel und Angst begleiten jeden Menschen durch seinen Tag und bedienen im Wechsel  den Hebel im Kontrollzentrum. Je nachdem, was ihnen gerade am Besten erscheint oder wer den schnelleren Reflex hatte ;) Dementsprechend fallen dann auch unsere Reaktionen aus. Und ja, trotz vieler Jahre Disneyliebe, kann ich doch noch einigermaßen gut zwischen Realität und Fantasie unterscheiden :D Trotzdem hat mir der Film mehr als gut gefallen und in verschiedenen Situationen mit meinen Mitmenschen um mich herum, kann ich nicht anders als plötzlich hinter der Stirn mancher Personen die kleinen Emotionsmännchen aufblitzen zu sehen. Zum Glück kann in solchen Momenten keiner meine Gedanken lesen :D



Natürlich war der Wunsch, ab und an mal die Gedanken anderer lesen zu können, bei mir schon immer da  (doch bitte niemals immer, das will sich doch niemand antun). Interessanterweise ist er größer geworden seitdem ich Mutter bin. Denn da lag MoJo plötzlich. So klein und zuckersüß. Und doch so schweigsam ;D Außer ein Weinen oder Lachen war zu Beginn selbstverständlich nichts aus ihm rauszuholen. Und die Kennenlernzeit war vor allem davon geprägt, meine Mutterinstinkte zu schärfen und anhand der klitzekleinen Signale, die so ein klitzekleines Wesen sendet, versuchen zu deuten, was es mir damit nun mitzuteilen versuchte. Von Tag zu Tag gelang mir das tatsächlich immer besser. Ok, du willst jetzt also kuscheln, spielen, essen, schlafen, eine frische Windel usw. Und wenn man sich nicht ganz sicher ist, geht im Zweifelsfall Probieren über Studieren. Gerade hatte ich mir eingebildet, den Dreh einigermaßen raus zu haben, schon musste ich feststellen, dass die Signale immer komplexer wurden.

Und die Art der Fragen, die ich mir stellte, änderte sich. Warum magst du alles Essbare, nur bei Brokkoli schlägt Ekel plötzlich Alarm? Wird Freude nie müde, wenn du jeden Fremden in deiner Umgebung anstrahlst? Was befürchtet die Angst in dir, was passieren würde, wenn du meine Hand beim Laufen einmal loslassen würdest? Kannst du Kummer nicht erklären, dass man nicht weinen muss, wenn man im Tierpark an dem einen Tier vorbeigelaufen ist, weil an der nächsten Ecke schon das nächste wartet? Und was denkt sich bitteschön Wut, wenn du plötzlich auf den Tisch haust und rot anläufst? Und die Jackpotfrage: Wie schaffen es deine kleinen Kopfmännchen so schnell, sich abzuwechseln? Wenn du z.B. gerade noch gemotzt hast und dann wie auf Knopfdruck wieder lachst :D Die Größe deines Wortschatzes wächst zwar immer weiter, aber noch kannst du mir die Antworten mit Mama, Papa, Oma, Opa, Nana (Tante), Ba (Hund) Auto, Tato (Traktor), Ball und Co. nicht liefern.

Es ist faszinierend. Auch wenn die passenden Worte fehlen, sind Kleinkinder doch klüger und mit so viel mehr Emotionen ausgestattet als viele denken. Wie liebevoll ein Kind seine Eltern anschauen kann. Wie stolz es gucken kann, wenn es etwas Neues geschafft hat. Wie Augen vor Freude beim Spielen strahlen können. Wie Kinder spüren, wenn jemand traurig ist. Wie sie einen unaufgefordert ein Kuss geben oder sich ankuscheln, um ihre Liebe zu zeigen. Wie sie ihre Grenzen mit dem ein oder anderen geschickt platzierten Wutanfall austesten. Wie sie genau wissen, wo Radio und TV angehen und wie man Mamas Handy entsperrt, bevor sie überhaupt ihre Windeln losgeworden sind :D Und und und... Die Liste ist lang. Kinder erstaunen einen tagtäglich aufs Neue.

Ja. Ein Königreich für die Gedanken meines Kindes! Aber ich bin froh, dass man sich auch mit wenigen Worten so gut verstehen kann. Dass ein Kleinkind ein offenes Buch ist, inklusive ein paar Rätselseiten. Ich bin schon unglaublich gespannt, wie es sein wird, wenn ich nicht mehr nur die Emotionsmännchen in seinem Kopf erahnen kann, sondern mir MoJo ganz genau mitteilen kann, was er denkt und fühlt. Das wird mich bestimmt zum Lachen und Nachdenken bringen und mich das ein oder andere Mal auch völlig aus den Latschen kippen :D


In welchen Situationen würdet ihr gerne mal Mäuschen spielen in der Kopf-Kommandozentrale anderer?

1 Kommentar |

  1. das bild ist ja toll.. unglaublich wie groß er schon ist.. wo ich deinen blog zum ersten mal gelesen habe, war er noch so klein.. die zeit vergeht so schnell

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