Mama krank schreiben? Mission impossible!

Dienstag, 3. November 2015


Krank sein ist natürlich nie besonders angenehm. Aber ich kann jetzt auch nicht behaupten, dass ich mich noch nie darüber gefreut hätte, vom Arzt krank geschrieben zu werden. Vorausgesetzt man ist nicht so krank, dass man vor Schmerzen nicht mehr weiß wohin mit sich. Aber eine kleine Auszeit vom Studium oder Job, sich gemütlich vor den Fernseher hauen und Serien nonstop schauen und sich im Idealfall auch noch abends vom Partner verwöhnen lassen... Klingt nun gar nicht soooo schlecht, oder? Da stehen die Chancen ganz gut, dass man mit genügend Ruhe auch sehr bald wieder fit ist.  

Doch nun als Mama... Sagen wir es mal so. Wo ich früher die Vorteile des Krankseins so gut wie es ging genutzt habe, bleibt mir nun zuhause mit MoJo nur ein Ohrwurm aus der Spielgruppe. Ich liege nicht im Bett auch nicht auf dem Sofa vor dem TV. Denn ich kämpfe mich durch meinen normalen Alltag während mir permanent folgender Kinderliedtext im Ohr herumschwirrt: ,,Armes Häschen bist du krank, dass du nicht mehr hüpfen kannst?" Ja, Mama ist, wenn sie krank ist, ganz bestimmt ein armes Häschen in der Grube. Aber eines, das trotzdem stark bleiben muss.


So geschehen in den letzten Wochen. Zum Glück gehöre ich zu der Sorte, die eher selten krank wird. (Dafür heißt es dann aber meistens: Wenn, dann richtig.) Dieses Mal gab es eine schöne Mandelentzündung für mich. So eine, dass der Arzt beim Reinschauen so geschockt guckt, als hätte man ein halbes Hähnchen im Hals stecken. Im Alltagstrubel habe ich die ersten Signale erfolgreich ignoriert. Bis ich endlich Antibiotikum zuhause hatte, ging es mir schon so richtig mies. Ich bin aber froh, dass dieser Tiefpunkt auf ein Wochenende fiel und ich bei meinen Eltern das Sofa belagern konnte, während sie ihr geliebtes Enkelkind bespaßten. So konnte ich wenigstens Tag 1 der Krankheit überbrücken. Alleine wäre ich in dem Zustand mit MoJo auf keinen Fall zurecht gekommen. (Wie machen das nur alleinerziehende Mütter? Oder Mütter, deren Familie weit weg wohnt? Ihr habt auf jeden Fall mein Mitgefühl, denn das muss wirklich hart sein!)

Denn an Tag 2 kehrte bei mir wieder der Mama-Alltag ein. Man fühlt sich immer noch elend, aber Kinder akzeptieren Krankschreibungsscheine mal so gar nicht. Sie wollen trotzdem toben, spielen, gewickelt und gefüttert werden. Da kennen sie verständlicherweise (noch) kein Erbarmen. Und wenn man so krank ist, dass man es nicht zum Spazieren oder auf den Spielplatz schafft, dann kann sich so ein Tag auch schonmal seeehr lang ziehen... Der einzige Hoffnungsschimmer, der bleibt ist der Mittagsschlaf. Man zählt die Minuten bis dahin und muss sich zusammenreißen nicht noch vor dem geliebten Nachwuchs einzuschlafen. Man kämpft sich wirklich durch den Tag. Ist am Rande seiner Belastungsgrenze. Aber weil man Mama ist tut man das, und schafft man das. 

 Ich finde, dafür verdienen Mütter Respekt. Also liebe Papas, wie wäre es beim nächsten Mal wenn eure Partnerin krank ist, abends nach der Arbeit nicht nur Sachen aus der Apotheke, sondern auch mal Blumen mitzubringen? Weil sie für euren gemeinsamen Schatz tagtäglich viel auf sich nimmt und ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. So ein Danke wirkt genauso wohltuend wie ein guter Erkältungsbalsam. Beim nächsten Muttertag habe ich also einen neuen Punkt auf der Dankeskarte an meine eigene Mutter. Natürlich wusste ich immer, dass Muttersein gar nicht so leicht ist und hab mich bei ihr immer wieder für alles bedankt, was sie für mich getan hat und immer noch tut. Doch im Mai 2016 kommen aus eigener Erfahrung noch folgende Sätze dazu:

,,Liebe Mama. Danke, dass du für mich immer wieder aufs Neue eine laufende Nase, einen kratzenden Hals, Kopf- und Gliederschmerzen und das matte Gefühl beim Fiebern ignoriert hast. Dass du obwohl du dich so schwach gefühlt hast, für mich stark warst. Meistens habe ich das wahrscheinlich gar nicht richtig gemerkt. Weil du trotzdem für mich da warst, wie an jedem anderen Tag. Ich liebe dich!"


Wie ist das bei euch, wenn ihr mal krank seid? Habt ihr irgendwelche Tipps, wie man sich dann am besten durch den Tag retten kann?

8 Kommentare |

  1. Oh man, du Arme. Erstmal: gute Besserung!
    Ich hatte in den vergangenen Wochen einen Tag, an dem war mir super übel. Ich war müde, kaputt, hatte Halsschmerzen... Eigentlich alles Mögliche. Da saß ich dann und dachte nur: "Und jetzt?"
    Es ist echt ne ganz schöne Umstellung, wenn man sich dann nicht einfach ins Bett verkrümeln kann. Ich hab den Tag irgendwie durchgestanden und war froh, dass mein Mann abends übernehmen konnte und bald Wochenende war. Genau wie du hab ich innerlich auch meine tiefste Bewunderung für alle alleinerziehenden Mütter ausgesprochen. Am nächsten Tag ging's mir allerdings schon wieder besser, aber vor der kommenden Erkältungszeit hab ich jetzt schon Respekt ;)

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  2. Erst mal gute Besserung. Jetzt kommt die fiese Erkältungszeit. Ich war die letzten beiden Winter gefühlt dauerkrank. Was tun? Nicht viel. Der Mann musste ja arbeiten, keine Oma in Sichtweite. Irgendwie habe ich mich durch den Tag gebracht und der Sohn war meist mit erkältet :-( Ich habe alles liegen lassen und nur den Sohn versorgt. Mich habe ich immer auf dem Teppich geparkt, um wenigstens liegen zu können. Der Sohn krabbelte dann einfach über mich drüber :-) Ich drücke dir die Daumen, dass es schnell besser wird. LG, Sabine

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  3. oh du arme.. gute besserung..
    ich war zum glück erst einmal so richtig krank seit ich mama bin.. aber mein glück ist, dass die mutter meines freundes über uns wohnt und sie mir dann mit der kleinen geholfen hat
    <3

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  4. Ich kann das sehr gut nachempfinden. Zum Glück bin ich nur ganz selten Krank, denn die Kleinen fordern einen trotzdem zu hundert Prozent. Gute Besserung

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  5. Oje, Du Arme, ich kann es Dir nachfühlen, hast ja bei mir sicherlich gelesen, wie es uns die letzten Wochen ging. Alle krank, oftmals parallel, keine Hilfe in Form von Familie und die Eltern völlig ausgebrannt. Das schlaucht so dermaßen. Da kann man nur froh sein, dass das nicht in einem Alter passierte, als die Kinder noch den ganzen Tag herumgetragen werden wollten;) Ich wünsche Dir gute Besserung und viel Hilfe! Zur Not einfordern...
    Liebe Grüße!

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  6. Ohja, krank sein als Mama ist echt bescheiden. Die Zeiten des sich gepflegt ausruhens ist da halt mal endgültig vorbei. Ich hatte das ganz böse Anfang des Jahres, mit irgendwas das zwischen Magen-Darm und leichter Lebensmittelvergiftung lag. Nach einem halben Tag wurde mir die Kleine dann abgenommen, aber diese Stunden waren echt heftig. Und an den zwei Folgetagen war glücklicherweise meine Schwiegermutter zur Stelle.

    Ich ziehe da auch meinen Hut vor denen, die eben keine Unterstützung für solche Fälle auf der Nähe haben, das könnte ich mir nicht vorstellen. Deshalb wollte ich auch nie aus unserer Region weg, auch wenn es anderswo besser bezahlte Jobs gibt ;)

    Liebe Grüße und gute Besserung!
    Jessi

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  7. Oh man, du arme. Ich wünsche dir gute Besserung!
    Das erinnernt mich irgendwie an die Werbung im Fernsehen von Wick Duogrippal. Mamas bekommen leider keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. https://www.youtube.com/watch?v=VGNWmODOnfU

    Liebste Grüße,
    Jasmin

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  8. Ohje, eine Mandelnentzündung hört sich fies an! Ich kann jedes Wort von dir nachempfinden. Bin momentan erkältet und hab ein zahnendes Baby. Du kannst dir also unsere Nächte vorstellen :-D Liebe Grüße,
    Ari

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