Der beste Speicherplatz für Erinnerungen

Dienstag, 29. März 2016

Immer wieder einmal finden wir Schlüssel,
die wie durch Zauberhand das Tor zu unseren
Erinnerungen weit aufstoßen.

Diese Schlüssel haben, unter anderem, die Form
eines Liedes, eines Ortes, eines Duftes oder aber
auch eines Andenkens, das nur ganz persönlich für
uns einen unermesslichen Wert besitzt.
 
Auch die Musik der Natur,
wie das Plätschern eines Baches,
das einsame Singen eines Vogels in den
frühen Morgen- und Abendstunden
oder das Flüstern eines Baumes, wenn der Wind
sanft durch dessen Blätter streift, können solche
Schlüssel sein.
 
Ich liebe solche Erinnerungen!
Zeigen sie mir doch, wie viel schöne Augenblicke
ich schon erleben durfte.
 
Peter Pratsch

 

Frühlingsgefühle

 
Wenn der Frühling anfängt sanft an die Tür zu klopfen, dann kann einem auch schonmal schnell der Sinn nach einem schönen Gedicht stehen. Halb so wild. Sind ja schließlich irgendwie biologisch unumgänglich diese Frühlingsgefühle, oder? Ich für meinen Teil liebe diese Jahreszeit. Wieder warme Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, sich über neue Energie und Tatendrang freuen und in der immer schöner werdenden Natur noch mehr Zeit draußen verbringen. Das macht den Frühling für mich so besonders.
 
Kaum zu glauben, dass das dieses Jahr erst der zweite Frühling für meinen Sohn ist. Er ist noch so klein! Aber ebenfalls kaum zu glauben, was wir alles gemeinsam erleben durften, seitdem er auf der Welt ist. Er wird so verdammt schnell groß! Mal sind die Tage voller wunderschöner Augenblicke und mal gesellen sich leider auch die anstrengenden und traurigen hinzu. Dankbar darf man trotzdem sein, für all das kleine und große Schöne, das man als Familie erlebt und das Schwierige, das man durchlebt.
 

Ostern 2016

 
In diesem Jahr habe ich mich schon besonders lange auf die Osterfeiertage gefreut. Eigentlich haben wir mit unseren Eltern früher nie ein richtiges Osterfest gefeiert. Dennoch war es aufgrund der Feiertage immer eine schöne Gelegenheit für ein paar extra Familienmomente. Dieses Zusammensein schätze ich an Ostern eigentlich am meisten. Daher gibt es bei uns zu diesem Anlass auch keine Geschenke. "Nur" das Suchen von ein paar versteckten Leckereien für MoJo und so viele ruhige und fröhliche Momente wie möglich für uns als Familie, mit den Verwandten und lieben Freunden.
Und Frühlingsgefühle gab es zumindest am Samstag bei uns auch reichlich. Der erste Tag, an dem sogar ich mich ohne Jacke rausgetraut habe. Und wenn eine ultimative Frostbeule wie ich das tut, dann darf das schon was heißen. Wie gehofft, kehrte durch das lange Wochenende auch ein wenig Ruhe bei uns ein und ein paar wertvolle Erinnerungen, wie sie im Gedicht beschrieben werden, konnten neu entstehen.
 

Neue Bilder im Kopf

 
Wo ich beim Geruch von Sand bisher immer nur an Sommerurlaub gedacht habe, kommen nun schöne Bilder von meinem Sohn dazu. Wie er laut lachend über den Spielplatz läuft, oder auch mal ganz konzentriert und mit seiner Schaufel bewaffnet, fleißig seinen kleinen Bagger belädt. Wenn ich Schokolade rieche, erinnere ich mich auch an sein süßes, verschmiertes Gesicht zu Ostern, nachdem er seinen Schokohasen in Rekordzeit vernichtet hat. Und wenn ich den Wind spüre, denke ich daran, wie MoJo kurz so besorgt geschaut hat, weil er vermutlich dachte er würde weggeweht werden. Dann nimmt er aber rechts den Papa an die Hand und links mich, und schon ist seine kleine Welt wieder sicher und schön.
Normalerweise ist es typisch für mich, dass ich so viele Erinnerungen wie möglich mit Fotos festhalten will. Seltsamerweise war es an diesen Feiertagen anders. Einfach genießen und die Augenblicke in den schönsten Erinnerungsalben meines Gedächtnisses abspeichern, so hielt ich es dieses Mal. Und da sind sie hoffentlich sicher. Zumindest fühlt es sich gut an, den Speicher nach ein paar entspannten Tagen wieder gut gefüllt zu haben :)  
 
 
Ob ihr die Feiertage mit Basteln, Geschenken, leckerem Essen, tollen Ausflügen oder sonst wie verbracht habt: Ich hoffe, dass ihr und eure Lieben auf jeden Fall ein paar wundervolle Ostertage hattet. Und dass die Erinnerungen an die schöne gemeinsame Zeit euch neuen Aufschwung für die nächsten Wochen geben!

Im Mama-Alltag den Druck rausnehmen – Durch NICHTS tun!

Donnerstag, 17. März 2016

Man könnte eigentlich meinen, dass bei uns Müttern eine Menge Druck raus ist, wenn wir während der Elternzeit Abstand zu Ausbildung, Studium oder dem Berufsleben haben. Verlängerter (Langzeit-) Urlaub mit Kind. Klingt schön, oder? Doch selbst in dieser Lebensphase, die eigentlich primär nur für die Familie bestimmt ist, empfinden wir Mütter eine Menge Druck. Erwartungen, die von außen an uns herangetragen werden, oder auch solche, die wir selbst an uns stellen, können ganz schön belastend sein. Wollen wir nach der Elternzeit wieder versuchen Job, Familie und Haushalt irgendwie unter einen Hut zu bekommen, wird das Ganze verständlicherweise auch nicht gerade einfacher.
 

Immer will jemand etwas von mir

 
In welchen Bereichen Mütter Druck verspüren, variiert natürlich je nach eigenem Charakter und den aktuellen Lebensumständen. Gemeinsam haben wir vermutlich dennoch, dass nach der Entbindung den meisten Mamas zusammen mit ihrem Baby-Bündel scheinbar auch die Vorstellung in die Arme gedrückt wurde, man müsse nun lernen für dieses perfekte kleine Wesen die perfekte Mutter zu werden. Das Umfeld macht es einem da auch nicht immer leicht. Jeder, selbst völlig Fremde auf der Straße, haben Kritik und Ratschläge für junge Mütter bereit. Versuchen einem zu erklären, was man besser machen könnte. Und lustigerweise sagt dir dann die Person an der Straßenecke genau das Gegenteil von dem, was dir der nächste Besserwisser eine Straße weiter weismachen will. Da darf sich jede Frau glücklich schätzen, bei der so etwas ins linke Ohr rein und ungefiltert durchs rechte Ohr einfach wieder raus geht. Auf nimmer Wiedersehen! Egal ob jetzt ein Fremder, ein Bekannter, ein Freund oder die eigenen Eltern bestimmte Dinge von dir erwarten, wie du dein Leben als Mutter mit deinem Kind gestalten sollst. Doch dann gibt es auch Menschen (wie mich), denen das schwer fällt. Die oft das Gefühl haben, sich immer darum zu bemühen, es aber irgendwie trotzdem nie jemandem recht machen können. Allen schon gar nicht. Und das nervt, weil es unnötigen Druck aufbaut.
 

Eigene Anforderungen

 
Und dann gibt es noch den Druck, den wir uns völlig unabhängig von außen schlichtweg selbst machen. Denn natürlich haben wir selbst auch ein ziemlich genaues Bild davon, wie wir als gute Mutter den Familienalltag am liebsten gestalten wollen. Wir setzen uns dann zum Beispiel in den Kopf, den Babybrei ausschließlich selbst zu kochen, weil es wohl besser sein wird für den kleinen Liebling. Und haben dann ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn wir vor lauter Stress nicht zum Vorkochen gekommen sind, und dann doch zum Fertig-Gläschen greifen. Oder fühlen uns mies, weil wir unser Kind eine Zeit lang wo anders "parken", um selbst zu arbeiten, Besorgungen zu erledigen oder noch viel schlimmer: Einfach mal alleine ein wenig zu entspannen! Geht es einem Kind bei seiner Mama nicht am besten? Die Liste möglicher Druck-Macher für Mütter ist lang. Passt wahrscheinlich nicht mal klein geschrieben auf eine ganze Klopapierrolle. Schade, denn egal wie Druck sich konkret äußert: Er nimmt einem ein ganzes Stück Lebensqualität, wenn man ihn nicht irgendwie in den Griff bekommt.
 
 

Gammel-Vormittag vom feinsten

 
Vor ein paar Wochen fühlte ich mich wieder mal wie ein kleiner Hamster in seinem Laufrad. Ständig am machen und tun mit viel zu wenig Pausen. Ihr kennt das. Dann kam ein Vormittag, der mir so einiges klar gemacht hat. Ich hatte die Nase voll von all den "Programmpunkten", denen ich Tag für Tag hinterherhetze. War zwar nicht krank, aber habe mir trotzdem eine Zwangspause verschrieben. Und einfach mal von all dem, was wir zwei an herkömmlichen Wochentagen machen, das Gegenteil getan. Wecker? Nein danke. Ich schlafe einfach so lange wie MoJo mich lässt. Nach dem Aufstehen erstmal Klamotten für uns beide bügeln, weil ich beim Wäscheberg einfach nicht hinterherkomme? Ähm wieso, wenn die Pyjamas doch so bequem sind. Gesundes Frühstück. Ach komm, heute kommt bei uns die Schokocreme auf den hellen Toast, ganz ohne schlechtes Gewissen. Duschen und schminken? Fällt heute auch aus. Das Klingeln vom Postboten? Einfach ignoriert. Die Nachbarn können heute auch mal was für mich annehmen. Vormittags los zum einstündigen Spaziergang, frische Luft, Vitamin D und so? Gerade muss die Sonne reichen, die durch die Fensterscheibe kommt. Tisch abräumen, Waschmaschine einräumen, eigentlich wie immer überall hin und her aufräumen? Soll's doch unordentlich sein. Wir lassen heute eh keinen rein. Stattdessen haben MoJo und ich abwechselnd RTL und Cartoons geguckt und den ganzen Vormittag über Chips gegessen. Vormittags. Wochentags. So was gibt es bei uns sonst nie. Und außerdem haben wir an diesem Tag gespielt ohne auf die Uhr zu gucken, und ohne hinterher aufzuräumen. Essen, Trinken, Windeln wechseln. Darüber hinaus gab es an diesem Vormittag kein einziges "Muss". Null Druck. Wenn MoJo dann mittags schläft, beginnt für mich meist am PC die Arbeitszeit. An diesem Tag konnte ich das mit etwas Bauchschmerzen auf morgen schieben. Und hab stattdessen auch ein Nickerchen gemacht. Premiere seit sehr vielen Monaten.
 

Unser Fazit des "Experiments"

 
Was ich aus dem gammeligen Nichtstun, das so völlig untypisch für mich/uns ist, für mich gelernt habe? Blöd gesagt, dass die Welt vom "faul sein" nicht untergeht. Dass der Druck, den ich mir so oft selbst mache, manchmal einfach unbegründet ist. Man kann die Dinge auch langsamer angehen lassen. Mir darf es auch egal sein, wenn jemand denkt nur schlechte Mütter lassen ihre Kinder Chips essen oder lange fernsehgucken. Ich darf mir Pausen gönnen, auch wenn andere wichtige Aufgaben in dieser Zeit still liegen. Geschadet hat dieser gammelige Vormittag weder mir noch MoJo. Im Gegenteil. Ich war um Welten entspannter und das hat sich auch positiv auf meinen Sohn übertragen. Egal wie klein sie sind, Hektik und Stress bemerken Kinder ja sehr schnell. Wiederholt haben wir das Ganze bisher übrigens nicht. Dennoch habe ich in den Wochen danach gemerkt, wie diese Auszeit von einem halben Tag mir ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat. Jeden Tag auf dem Sofa gammeln ist leider nicht drin. Aber jeden Tag wenigstens ein klein wenig Zeit frei schaufeln, um mal nichts zu tun. Das schafft man schon irgendwie, wenn man will. Vielleicht macht ihr euch bei nächster Gelegenheit aber ja auch mal ein paar richtig extreme Faulenzer-Stunden, wie wir an dem einen Vormittag. Egal ob alleine, oder mit den Kindern. Ganz ohne Druck oder schlechtes Gewissen. Ich bin mir sicher, es wird auch euch gut tun! :)
 
 
 
In welchen Situationen im Familienalltag empfindet ihr den eigenen oder von außen herangetragenen Druck als belastend? Was hilft euch dagegen?
 

Mythos oder Realität? – Kinder machen erwachsen

Donnerstag, 10. März 2016

Jetzt ist es also offiziell. Ich bin 25! Noch ein halbes Kind? Oder werde ich langsam aber sicher alt? 25 ist schließlich 1/4 Jahrhundert und das klingt doch gleich viel länger. Die letzte Mathestunde ist zwar auch schon eine gefühlte Ewigkeit her, aber naja... Dass man ab 25 aufrundet weiß ich leider noch ganz genau. Also bin ich seit vorgestern mathematisch betrachtet jetzt ja quasi schon 30 :O!  Irgendwie. Ach Mensch, ziemlich verwirrend die Sache mit dem Alter. Und dann gibt's ja noch die tolle Weisheit, man wäre ja nur so alt, wie man sich fühle...

Doppeltes Geburtstagsglück

Aber Spaß bei Seite. Rollator und Oma-Unterwäsche sind noch weit entfernt. Anti-Falten-Creme kann man ja vorsichtshalber doch schon mal mit anfangen. Zum Glück hat die mir diese Woche aber noch keiner geschenkt. Am 08. März Geburtstag zu haben ist schon eine ziemlich coole Angelegenheit, vor allem wenn man Migrationshintergrund hat. Denn in meinem Geburtsland wird am 08.03. zum internationalen Tag der Frau nicht nur ein bisschen Zeug zu Frauenthemen gepostet. Dort kriegen die Frauen an diesem Tag auch Blumen. Wenn schon, denn schon. Ähnlich wie hier am Valentinstag. Wenn's gut läuft kriegt man die dann auch vom Mann, Vater, Bruder, Cousin und Co. Sind große Familien nicht etwas Tolles? Und wenn man dann noch am selben Tag Geburtstag hat, stehen die Chancen auf ein Blumenmeer echt nicht schlecht. Von meinem Vater habe ich dieses Jahr tatsächlich gleich zwei Blumensträuße bekommen. Außerdem von allen Seiten zig Doppel-Glückwünsche. Dieses Jahr war es ein wirklich schöner, entspannter und dank lieben Menschen auch sehr fröhlicher Geburtstag für mich. So macht älter werden doch gleich viel mehr Spaß ;) 

Vermeintlich erwachsen

Ich weiß noch genau, wie erwachsen ich mich gefühlt habe, als ich endlich 18 wurde. Ok. Ehrlich gesagt, dachte ich noch früher, ich hätte die Weisheit mit XXL-Löffeln gefressen. Heute muss ich darüber schmunzeln. Mein herzliches Beileid nachträglich an meine Eltern! :D Denn im Nachhinein betrachtet war das damals noch nicht wirklich der Fall. Verständlich. Erwachsen wird man ja nicht von heute auf morgen. Dieser spannende, manchmal schwierige Prozess beschäftigt einen länger. Und auch jetzt mit 25 Jahren bin ich mir noch nicht zu 100 % sicher, ob er bereits abgeschlossen ist. Von außen betrachtet führe ich ganz bestimmt für mein Alter ein sehr erwachsenes Leben. Hinter Studium, Hochzeit, Kind und Job habe ich fleißig meine Häkchen gesetzt. In einem Alter, in dem andere das noch als Zukunftsmusik betrachten. Ich bin scheinbar früher erwachsen geworden als andere. Aber nicht weil ich es musste, sondern weil ich es so wollte. Denn ich bin glücklich mit meinem (Erwachsenen-) Leben. Herausforderungen gibt es immer, aber zum Glück habe ich nie das Gefühl etwas zu verpassen. Eher im Gegenteil.

Step by step

Trotzdem denke ich, dass ich mich nicht so früh dazu entschieden hätte Mutter zu werden, wenn ich mich dafür nicht "reif" genug gefühlt hätte. Erwachsenwerden begann für mich so richtig als ich meinen Führerschein in der Tasche hatte. Ja, ich war schon immer einigermaßen verantwortungsvoll und vernünftig. Doch ich finde erwachsen werden kann man erst richtig, wenn man immer unabhängiger von der Familie lernt zurecht zu kommen. Mit Auto war ich plötzlich erstaunlich mobil, mein Radius konnte mir gar nicht weit genug sein. Immer auf Achse war mein Motto während der Abi-Zeit. Und während man eigentlich "nur" Spaß hat, lernt man in den verschiedensten Situationen eigenständig und gut zu reagieren.
Dann kam das Jobben für mich als zweite wichtige Stufe des Erwachsenwerdens. Für meinen Uni-Start wollte ich so schnell wie möglich so viel Geld wie möglich verdienen. Dafür musste ich morgens teilweise um 4:30 Uhr aufstehen und auch körperlich hart arbeiten. Wo wir wieder beim Blumen-Thema wären. Denn die kommen auch irgendwo her und müssen dort geschleppt und verpackt werden. Ich hätte auch den einfacheren Weg der Eltern-Bank gehen können. Wollte ich aber nicht. Dafür habe ich in dieser Zeit gelernt, dass man im Erwachsenenleben nicht immer nur das machen kann, was einem Spaß macht. Das Geld sauer verdient werden muss, auf jeden Fall geht's nie ohne Fleiß.
Und auch wenn es für mich schwer war, weil ich meine Familie so sehr liebe. Ein paar Jahre rund 500 km weit entfernt zu wohnen war zumindest für's Erwachsenwerden die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Mal eben vorbei kommen, um die kleine Tochter im Alltag zu unterstützen, ging da eben nicht. Gut so. Ich lernte im WG-Leben wie es ist, selbst den Haushalt zu schmeißen und gleichzeitig für's Studium zu lernen. Wie es ist mal tatsächlich ganz auf sich allein gestellt zu sein, in einer völlig neuen Umgebung.
Dann kam der Mann in mein Leben, der inzwischen auch der Vater unseres gemeinsamen Kindes ist. 5 Jahre erwachsener älter war/ ist er. Sehr schnell waren wir uns sicher mit einander. Die Ehe bzw. das zusammen wohnen macht auch ein ganzes Stück erwachsener. Auf einander eingehen, Kompromisse schließen, zu zweit verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Eine unserer besten war ca. 3 Jahre später unsere eigene, kleine Familie zu gründen.

Und jetzt als Mama?

Oft kriege ich mit, dass sich Frauen unabhängig von ihrem Alter ein Kind wünschen, aber dennoch die Sorge in sich tragen, sie wären eventuell nicht erwachsen genug um diese Aufgabe zu wuppen. Selbstverständlich ist es nur ein Vorteil, wenn man eine gewisse Reife erreicht hat, bevor man Mutter wird. Doch ich finde, wenn wirklich die Sehnsucht bei beiden Partnern da ist, sollte man sich mit solchen Grübeleien nicht unnötig Steine in den Weg legen. Denn schließlich wächst man immer auch an seinen Aufgaben. Ich kann mit voller Gewissheit sagen, dass ich ohne MoJo in meinem Leben mit 25 nie bereits so erwachsen geworden wäre, wie ich es heute bin. Klar, man bringt seinen Kindern ständig etwas Neues bei, doch auch ich habe durch das Leben mit meinem Sohn so unendlich viel Neues dazu lernen dürfen. Oberflächlich betrachtet sind das ganz alltägliche Aufgaben, die ich meistere, damit das Familienleben auch ganz praktisch und möglichst reibungslos funktioniert.
Mal hinter die Fassade geblickt, habe ich noch viel mehr gelernt als Verantwortung für einen kleinen Menschen zu tragen. Mehr über mich selbst. In einer Zeit, in der ich mich eigentlich verstärkt aufopfere, durfte ich lernen wie wichtig es ist, seine eigenen Belastungsgrenzen zu kennen und auch nach außen hin zu schützen. Ruhe und Geduld zu bewahren in schwierigen Situationen. Zu sehen, was und wer im eigenen Leben wirklich zählt. Welche Umstände oder Personen einem hingegen gar nicht gut tun. Achtsam zu sein bei seinem eigenen Verhalten. Schließlich gibt es nun jemanden, der mich dringend braucht und sich selbst bei den vermeintlich kleinsten Dingen ein Vorbild an mir nimmt. Und ich habe gelernt trotz all der Verantwortung gnädiger mit mir selbst zu sein, wenn es mal nicht so perfekt läuft, wie ich es mir vielleicht gewünscht habe. Diese Dinge und noch sehr viel mehr hätte ich ohne meinen Sohn vermutlich erst viel später gelernt, vielleicht sogar nie. Wichtige Dinge, die mich zu einem erwachsenerem, reiferen Menschen gemacht haben.

Das nötige Gleichgewicht

Andererseits lache ich immer noch über die selben albernen Witze. Will immer noch so viel erleben wie früher (außerhalb von Herd und Kinderzimmer versteht sich). Nehme mich selbst nicht immer für allzu voll. Habe immer noch die selben Interessen und diese nicht einfach durch "geeignetere" Mama-Hobbies ausgetauscht. Lasse bei all dem Ernst des Erwachsenenlebens den Spaß einfach nicht zu kurz kommen. Ich würde sagen, ich bin eine erwachsene, aber dennoch ziemlich jung gebliebene Mutter. Denn erwachsen heißt ja zum Glück nicht gleich langweilig, stocksteif und stets grübelnd und ernst ;) Von daher bin ich meinem kleinen MoJo sehr, sehr dankbar. Nicht zuletzt weil er mich zur Mama gemacht hat, bin ich die 25-Jährige, die ich nun eben bin. Mal sehr erwachsen und überlegt, aber auch sehr oft "kindisch" ausgelassen. Aber auf jeden Fall reicher an wertvollen Erfahrungen, die ich sonst (noch) nicht hätte machen können.
Findet ihr auch, dass euch das Mutter-Sein erwachsener gemacht hat? Woran merkt ihr das?

Die Hölle hat einen Namen: "Indoor-Spielplatz"! (Und warum die TobeBox in Oberhausen für Kinder trotzdem ein richtiges Paradies ist)

Dienstag, 1. März 2016



Achtung, wichtiger Warnhinweis!: Auf viel Ironie und Sarkasmus folgt am Ende doch noch eine Menge Lob. Wer also auf der Suche nach einem tollen Ausflugsziel ist, muss dringend bis zum Schluss lesen ;)

Es gibt echt zahlreiche Orte, an denen ich noch nie war, aber unbedingt gerne mal hin würde. Ganz oben auf meiner Wunschliste steht da aktuell zum Beispiel ein Wochenend-City-Trip in die Modemetropole Mailand. Auf dem Dach des Doms von Mailand ganz in der Nähe der Turmspitzen spazieren gehen und einen traumhaften Blick über die Stadt bis hin zu den südlichen Ausläufern der Alpen genießen. Unter dem gläsernen Dach der Galerie Vittorio Emanuele II und beim bloßen Anblick der ganzen Luxus-Fashionstores riesige, funkelnde Augen bekommen. Und natürlich immer wieder ganz viel guten, italienischen Kaffee trinken. Am besten draußen während einem die Sonne angenehm ins Gesicht scheint. Gerne das ganze Programm auch mit Buggy im Mama-Modus. Irgendwann ganz bald machen wir das vielleicht bestimmt!

Mamas new place to be


Doch an einem der letzten Wochenenden ging es für unsere kleine Familie erstmal an einen Ort, der anstatt an Dolce Vita doch eher an Massentierhaltung im Hühnerstall erinnerte. Die wenigsten jungen Frauen werden sich wohl denken: "Wann darf ich denn nun endlich, endlich meine Wochenenden im Indoor-Spielplatz verbringen? Ich brauche dringend Kinder!" Und das mit den selben glitzernden Augen, um die es vorhin ging. Die Wahrheit ist jedoch: Am Ende landen wir irgendwann alle dort. Klar, früher hieß Regenwetter: "Ach geil, Netflix ich komme!" Wenn ich aber nun morgens aufwache und aus dem Fenster Regenwetter sehe, steigt gleich ein wenig Panik in mir auf. Verheißt der Blick auf die 3-Tage-Vorschau meiner Wetter-App noch Übleres, dann ist die Mama-Katastrophe perfekt.
Beschäftige mal ein Kleinkind mit ausgeprägtem Tobe-Bedürfnis tagelang innerhalb der Wohnung. Dann kannst du auch gleich versuchen einem wilden Löwen auf Speed in einem 1-Zimmer Apartment Schachspielen beizubringen. Das ist ungefähr genauso angenehm. Daher ist die Gleichung für Eltern also relativ leicht: Regen + Wochenende = Indoor-Spielplatz. Wer einen gesunden Selbsterhaltungstrieb hat und auch sein Zuhause vor schwerwiegenden Schäden durch wildgewordene Wirbelwinde bewahren will, sucht sich in seiner Nähe schnell einen Indoor-Spielplatz seiner Wahl. Das hieß für mich aber auch nur so viel wie den, der am wenigsten schlimm ist.

Warum?!?! 


Vielleicht fragst du dich gerade auch, was denn nun für mich an einem Indoor-Spielplatz so schrecklich ist. Gerne erkläre ich dir das aus meiner eigenen, selbstverständlich überhaupt nicht neutralen Sicht. Allein beim Betreten der gut besuchten TobeBox in Oberhausen an einem Regen-Sonntag verfiel ich fast in eine Art Schock-Starre. Eine riesengroße Halle, die trotzdem bis an den Rand mit Kindern und ihren Eltern gefüllt ist. Also ein ähnlicher Anblick wie der unterirdische Distrikt 13 in die "Tribute von Panem". Um möglichst viele Familien vor dem heimischen Lagerkoller zu retten, rücken wir eben ein bisschen zusammen.
Du guckst nach vorne, hinten, rechts oder links und überall wirst du im Indoor-Spielplatz unzählige Kinder erblicken. Und in so einem mega-mäßigen wie der TobeBox geht das noch über zig Etagen. Du kannst also auch hoch bis ganz nach oben zur Decke schauen und immer noch unfassbar viele neue Kinder entdecken. Tobende, schreiende Kinder wohlgemerkt. Wie kleine wilde Frettchen, die man endlich aus ihrem zu engen Käfig gelassen hat, damit sie stattdessen in einem überdimensional großen Käfig mal endlich so richtig die Sau rauslassen können. Ich hatte kurz den Reflex mich sofort wieder umzudrehen, bevor es zu spät sein würde. Klar. Hab ich dann aber doch nicht gemacht. Augen zu und durch. Meinem Sohn zuliebe.



Immer schön in Acht bleiben


Doch auch beim näheren Hinsehen wurde es nicht besser. Egal wo du in einem Indoor-Spielplatz hintrittst: Du musst höllisch aufpassen, dass du dabei kein Kind erwischst! Und auch bitte nicht zu hektisch bewegen. Denn wenn du denkst da wäre doch nichts, kann immer noch ein Kind wie aus dem Nichts in einem Affenzahn an dir vorbeirasen. 50 % der Kinder, bei denen du dir ja die größte Mühe gibst, sie nicht platt zu machen, haben dann als Dankeschön im Gegenzug noch eine schöne Rotznase und sind gerade dabei ihren Schnodder fleißig überall zu verteilen. Also auch schön aufpassen, wo du hin fasst!
Und bei so kleinen Kindern wie meinem Sohn muss man als Elternteil auch gleichzeitig in der Nähe bzw. direkt dabei sein und irgendwie schauen, dass auch das eigene Kind den Indoor-Spielplatz-Besuch unbeschadet übersteht. Also ging es für mich als Mama eines 1,5 Jährigen wohl oder übel unter anderem mit ins Bällebad. Mit ein wenig Phantasie hatte das ja fast schon was von entspannt im Whirlpool sitzen. Und ich war da ja auch längst nicht die einzige Mami. Doch gerade, wenn du dich einigermaßen an das Ganze gewöhnt hast, kommt dann ganz plötzlich dieser beißende Geruch. Eine Mutter nach der anderen hebt den Windelpo ihres Nachwuchses ganz nah an ihr Gesicht und sagt dann laut: "Also meins ist es nicht". Solange bis endlich eine zu ihrem Stinker sagt: "Ach duuuu warst das, Schatz" und dann zum Glück im Wickelraum verschwindet. Natürliche Szenarien, an die ich mich aber trotzdem wohl nie gewöhnen werde.

Zwischen Standby-Modus und völliger Verzweiflung


Und die anderen Eltern im Indoor-Spielplatz? Die wären eigentlich auch eine eigene TV-Dokumentation wert. Da gibt es zum Beispiel die Eltern, die völlig fertig von ihrem Rudelanführer-Dasein sind, sich irgendwo erschöpft hinsetzen und traumatisiert vor sich hinstarren. Die etwas aktivere Variante des gleichen Elends sind dann die Mütter und Väter, die wie der psychisch angeschlagene Löwe im Zoo immer wieder die gleiche Runde um das XXL Kletterparadies drehen. Andere Eltern genießen es einfach, dass ihre Kinder beschäftigt sind und sie deshalb im Indoor-Spielplatz endlich mal wieder in Ruhe essen können. Da wird sich erstmal ordentlich der Bauch vollgehauen, damit es bis zum nächsten Besuch reicht. Am Ende des Tages rollt es sich dann gleich viel angenehmer nach Hause. Und kennst du diese Eltern, die ihre Kinder um jeden Preis sozialisieren wollen? "Spiel doch mal mit dem Kind da hinten, das sieht doch soooo nett aus!" Und prompt wird das schüchterne kleine Ding in Richtung potenzieller Spielgefährte geschoben. Schlimmer noch sind die, die ihr Kind zu einer Mutprobe nach der anderen "motivieren" und fast schon die Riesenrutsche runterschubsen.
Manche haben auch im Indoor-Spielplatz keine ruhige Minute. Ständig ist die Panik präsent, dass dem eigenen Kind bei all dem Spaß etwas Schlimmes zustoßen könnte. Oder andersherum: Andauernd müssen einige Eltern aufspringen, um ihr Kind wieder und wieder zu ermahnen, es solle doch kein anderes Kind töten schubsen oder hauen.  Richtig Spaß hat man hingegen beim Anschauen der Eltern, die im Indoor-Spielplatz so richtig aufblühen. Endlich mal wieder das Kind in sich selbst herauslassen. Mittoben, mitspielen, mithüpfen! Was für ein geiles Wochenende! Mein Spieletipp beim Eltern beobachten: Sobald eine ähnliche Durchsage erklingt wie "Der kleine Fritz sucht dringend seine Eltern. Er trägt eine Jeans und ein Shirt mit Minions-Aufdruck" schaust du dich einfach selbst mal um und guckst, wer reagiert. Die Gesichtsausdrücke zwischen Überraschung oder Erleichterung, die folgen bevor der verlorene Sohn am Eingang identifiziert wird, sind wirklich Gold wert.


TobeBox Oberhausen: Hölle auf den ersten, Paradies auf den zweiten Blick


Wahrscheinlich ist dir schon lange klar geworden, dass ich einen deutlichen Hang zum Übertreiben habe. Denn wäre es in der TobeBox in Oberhausen tatsächlich so schrecklich gewesen, hätten wir dort trotz Regen wohl kaum den halben Tag ausgehalten. Tatsächlich hat es die TobeBox sogar geschafft meine Abneigung gegenüber Indoor-Spielplätzen zu kurieren. Warum?

Zunächst einmal sind die Attraktionen in der TobeBox in Oberhausen erstaunlich vielfältig! Großer Pluspunkt: Es gibt einen großen Bereich extra für Kleinkinder mit Bällebad, Rutschen und Hüpfburg, Spielhaus und Co.- und zwar alles im angenehmen und sicheren Mini-Maßstab! Perfekt für die Kleinsten, die so auch ihren Bedürfnissen entsprechend in den Genuss eines Indoor-Spielplatzes kommen!

Auch für die Größeren bietet die TobeBox vielfältige Attraktionen. Sogar viel mehr als man gemeinhin als Indoor-Spielplatz-Standard erwarten würde. Eine riesige Wellenrutsche sorgt für Rutschspaß vom höchsten Punkt der Halle aus, ein Multifunktionsfeld ist perfekt für Fans verschiedener Ballsportarten und die Spezialhüpfburg "Wabbelberg" macht einfach nur Spaß beim Springen und Torkeln. Ballkanonen, eine Kartbahn, Donut-Gleiter, dass XXL-Klettergerüst, Trampoline und vieles mehr gewährleisten, dass es selbst nach stundenlangem Aufenthalt niemals langweilig wird!

In der TobeBox ist es weder stickig noch kalt, wie man es in anderen Indoor-Spielplätzen leider oft vorfindet. Alles macht einen neuen und sehr gut gepflegten Eindruck, auch die Toiletten sind blitzeblank sauber. Sehr cool für einen ersten Eindruck: Hier kannst du dir die komplette TobeBox in einem 360-Grad-Rundgang schon einmal online ganz genau anschauen! =)

Dabei wird dir bestimmt auch der große Gastro-Bereich auffallen. Hier erwartet eure Familie ein tolles Angebot an Essen und Getränken zu günstigen Preisen! Von den Klassikern Pommes und Chicken Nuggets bis hin zum Latte Macchiato mit frischen Waffeln, Sahne und heißen Kirschen. Uns hat es sehr gut geschmeckt und wir waren wirklich positiv überrascht, wie gut man in der TobeBox essen kann! Auch die Bedienung war super freundlich. Und während man auf sein Essen wartet, kriegt man so ein tolles Vibrationsding mit, das losgeht sobald das Essen abholbereit ist. Ähnlich wie zum Beispiel bei Vapiano. Du wirst staunen, wie viel Spaß Eltern und Kinder an diesem kleinen Feature haben können.

Natürlich wird es an gut besuchten Tagen in Indoor-Spielplätzen schonmal eng. Trotzdem achten die Mitarbeiter gewissenhaft darauf, dass nicht zu viele Personen hineingelassen werden. Damit keiner deswegen umsonst anreist, gibt es sogar online bei Facebook ein Frühwarnsystem und eine Einschätzung darüber, ob es zu dieser Zeit eventuell zu längeren Wartezeiten kommen könnte.

Im Prinzip sollte es selbstverständlich sein, dass alle Eltern auch in einem Indoor-Spielplatz ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen. Da das jedoch leider nicht immer der Fall ist, haben zusätzlich  auch die Mitarbeiter in der TobeBox ein Auge darauf, dass gefährliche Situationen vermieden werden. Besonders im Kleinkinderbereich ist das sehr wichtig. 2 Mitarbeiter der TobeBox sind dort mit dabei und haben auch Acht darauf, dass dieser Bereich nur von Kindern bis zu 3 Jahren genutzt wird und vor allem vorsichtig. Als Mutter eines 1,5 Jährigen war ich dafür mehr als dankbar. Was mir besonders gut gefallen hat: Bei all dem Gewusel bleiben die Mitarbeiter den Kindern gegenüber bestimmt, aber immer sehr freundlich! Trotz Dauer-Aufmerksamkeit und Stress wirken sie nicht genervt, sondern haben stattdessen auch immer wieder zu einen lustigen Spruch parat. Ein junges und mega sympathisches Team mit vielen neuen, kreativen Ideen steckt hinter der TobeBox in Oberhausen!

Mein Fazit


Ich habe zwar an diesem Wochenende keinen Ausblick vom Mailänder Dom aus genossen. Aber dafür ganz oben auf der Wellenrutsche ein fröhliches Kind auf dem Schoß gehabt, das solange lauthals lachte bis wir unten angekommen sind. Außerdem glitzern meine Augen sowieso nicht bei Fashion und Co. Sondern vor allem, wenn die meines Sohnes es tun, glänzen meine Augen automatisch mit. Er hatte so viel Spaß, daher hat sich der Besuch der TobeBox in Oberhausen eindeutig gelohnt! Leckeren Kaffee gab's für mich ja auch. Und ok ich gebs zu, trotz meiner anfänglichen Abneigung gegenüber Indoor-Spielplätzen: Am Ende hatte ich auch Spaß! Viel Spaß sogar. Das war auf jeden Fall nicht unser letzter Ausflug in die TobeBox. Aus eigener Erfahrung können wir sie nur weiterempfehlen! Vielleicht feiern wir in Zukunft dort sogar mal Kindergeburtstag. Das könnte ich mir sehr gut vorstellen.


Alle genauen Infos zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen usw. findest Du online auf der TobeBox Homepage. Hier wirst du außerdem über die vielen tollen Veranstaltungen wie z.B. Übernachtungspartys informiert, die dir die TobeBox über den normalen Indoor-Spielplatz-Betrieb hinaus bietet.
 


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