Im Mama-Alltag den Druck rausnehmen – Durch NICHTS tun!

Donnerstag, 17. März 2016

Man könnte eigentlich meinen, dass bei uns Müttern eine Menge Druck raus ist, wenn wir während der Elternzeit Abstand zu Ausbildung, Studium oder dem Berufsleben haben. Verlängerter (Langzeit-) Urlaub mit Kind. Klingt schön, oder? Doch selbst in dieser Lebensphase, die eigentlich primär nur für die Familie bestimmt ist, empfinden wir Mütter eine Menge Druck. Erwartungen, die von außen an uns herangetragen werden, oder auch solche, die wir selbst an uns stellen, können ganz schön belastend sein. Wollen wir nach der Elternzeit wieder versuchen Job, Familie und Haushalt irgendwie unter einen Hut zu bekommen, wird das Ganze verständlicherweise auch nicht gerade einfacher.
 

Immer will jemand etwas von mir

 
In welchen Bereichen Mütter Druck verspüren, variiert natürlich je nach eigenem Charakter und den aktuellen Lebensumständen. Gemeinsam haben wir vermutlich dennoch, dass nach der Entbindung den meisten Mamas zusammen mit ihrem Baby-Bündel scheinbar auch die Vorstellung in die Arme gedrückt wurde, man müsse nun lernen für dieses perfekte kleine Wesen die perfekte Mutter zu werden. Das Umfeld macht es einem da auch nicht immer leicht. Jeder, selbst völlig Fremde auf der Straße, haben Kritik und Ratschläge für junge Mütter bereit. Versuchen einem zu erklären, was man besser machen könnte. Und lustigerweise sagt dir dann die Person an der Straßenecke genau das Gegenteil von dem, was dir der nächste Besserwisser eine Straße weiter weismachen will. Da darf sich jede Frau glücklich schätzen, bei der so etwas ins linke Ohr rein und ungefiltert durchs rechte Ohr einfach wieder raus geht. Auf nimmer Wiedersehen! Egal ob jetzt ein Fremder, ein Bekannter, ein Freund oder die eigenen Eltern bestimmte Dinge von dir erwarten, wie du dein Leben als Mutter mit deinem Kind gestalten sollst. Doch dann gibt es auch Menschen (wie mich), denen das schwer fällt. Die oft das Gefühl haben, sich immer darum zu bemühen, es aber irgendwie trotzdem nie jemandem recht machen können. Allen schon gar nicht. Und das nervt, weil es unnötigen Druck aufbaut.
 

Eigene Anforderungen

 
Und dann gibt es noch den Druck, den wir uns völlig unabhängig von außen schlichtweg selbst machen. Denn natürlich haben wir selbst auch ein ziemlich genaues Bild davon, wie wir als gute Mutter den Familienalltag am liebsten gestalten wollen. Wir setzen uns dann zum Beispiel in den Kopf, den Babybrei ausschließlich selbst zu kochen, weil es wohl besser sein wird für den kleinen Liebling. Und haben dann ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn wir vor lauter Stress nicht zum Vorkochen gekommen sind, und dann doch zum Fertig-Gläschen greifen. Oder fühlen uns mies, weil wir unser Kind eine Zeit lang wo anders "parken", um selbst zu arbeiten, Besorgungen zu erledigen oder noch viel schlimmer: Einfach mal alleine ein wenig zu entspannen! Geht es einem Kind bei seiner Mama nicht am besten? Die Liste möglicher Druck-Macher für Mütter ist lang. Passt wahrscheinlich nicht mal klein geschrieben auf eine ganze Klopapierrolle. Schade, denn egal wie Druck sich konkret äußert: Er nimmt einem ein ganzes Stück Lebensqualität, wenn man ihn nicht irgendwie in den Griff bekommt.
 
 

Gammel-Vormittag vom feinsten

 
Vor ein paar Wochen fühlte ich mich wieder mal wie ein kleiner Hamster in seinem Laufrad. Ständig am machen und tun mit viel zu wenig Pausen. Ihr kennt das. Dann kam ein Vormittag, der mir so einiges klar gemacht hat. Ich hatte die Nase voll von all den "Programmpunkten", denen ich Tag für Tag hinterherhetze. War zwar nicht krank, aber habe mir trotzdem eine Zwangspause verschrieben. Und einfach mal von all dem, was wir zwei an herkömmlichen Wochentagen machen, das Gegenteil getan. Wecker? Nein danke. Ich schlafe einfach so lange wie MoJo mich lässt. Nach dem Aufstehen erstmal Klamotten für uns beide bügeln, weil ich beim Wäscheberg einfach nicht hinterherkomme? Ähm wieso, wenn die Pyjamas doch so bequem sind. Gesundes Frühstück. Ach komm, heute kommt bei uns die Schokocreme auf den hellen Toast, ganz ohne schlechtes Gewissen. Duschen und schminken? Fällt heute auch aus. Das Klingeln vom Postboten? Einfach ignoriert. Die Nachbarn können heute auch mal was für mich annehmen. Vormittags los zum einstündigen Spaziergang, frische Luft, Vitamin D und so? Gerade muss die Sonne reichen, die durch die Fensterscheibe kommt. Tisch abräumen, Waschmaschine einräumen, eigentlich wie immer überall hin und her aufräumen? Soll's doch unordentlich sein. Wir lassen heute eh keinen rein. Stattdessen haben MoJo und ich abwechselnd RTL und Cartoons geguckt und den ganzen Vormittag über Chips gegessen. Vormittags. Wochentags. So was gibt es bei uns sonst nie. Und außerdem haben wir an diesem Tag gespielt ohne auf die Uhr zu gucken, und ohne hinterher aufzuräumen. Essen, Trinken, Windeln wechseln. Darüber hinaus gab es an diesem Vormittag kein einziges "Muss". Null Druck. Wenn MoJo dann mittags schläft, beginnt für mich meist am PC die Arbeitszeit. An diesem Tag konnte ich das mit etwas Bauchschmerzen auf morgen schieben. Und hab stattdessen auch ein Nickerchen gemacht. Premiere seit sehr vielen Monaten.
 

Unser Fazit des "Experiments"

 
Was ich aus dem gammeligen Nichtstun, das so völlig untypisch für mich/uns ist, für mich gelernt habe? Blöd gesagt, dass die Welt vom "faul sein" nicht untergeht. Dass der Druck, den ich mir so oft selbst mache, manchmal einfach unbegründet ist. Man kann die Dinge auch langsamer angehen lassen. Mir darf es auch egal sein, wenn jemand denkt nur schlechte Mütter lassen ihre Kinder Chips essen oder lange fernsehgucken. Ich darf mir Pausen gönnen, auch wenn andere wichtige Aufgaben in dieser Zeit still liegen. Geschadet hat dieser gammelige Vormittag weder mir noch MoJo. Im Gegenteil. Ich war um Welten entspannter und das hat sich auch positiv auf meinen Sohn übertragen. Egal wie klein sie sind, Hektik und Stress bemerken Kinder ja sehr schnell. Wiederholt haben wir das Ganze bisher übrigens nicht. Dennoch habe ich in den Wochen danach gemerkt, wie diese Auszeit von einem halben Tag mir ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat. Jeden Tag auf dem Sofa gammeln ist leider nicht drin. Aber jeden Tag wenigstens ein klein wenig Zeit frei schaufeln, um mal nichts zu tun. Das schafft man schon irgendwie, wenn man will. Vielleicht macht ihr euch bei nächster Gelegenheit aber ja auch mal ein paar richtig extreme Faulenzer-Stunden, wie wir an dem einen Vormittag. Egal ob alleine, oder mit den Kindern. Ganz ohne Druck oder schlechtes Gewissen. Ich bin mir sicher, es wird auch euch gut tun! :)
 
 
 
In welchen Situationen im Familienalltag empfindet ihr den eigenen oder von außen herangetragenen Druck als belastend? Was hilft euch dagegen?
 

3 Kommentare |

  1. Du sprichst mir aus dem Herzen. Der Druck, den wir uns als Mutter machen ist manchmal schon viel Ballast. Das Kind soll die volle Aufmerksamkeit bekommen, Haushalt muss stimmen und der Partner soll auch nicht zu kurz kommen. Aber ich schaffe im Moment überhaupt nichts zu 100 Prozent. Im Haushalt bleibt ständig was liegen, ein Kind muss immer mal bei Seite geschoben werden und dann fehlt die Zeit für sich selber. Ich sehne mich auch soooo sehr nach einer Auszeit. Ich verfalle gerne in den Mecker-Modus, wenn ich meine selbst gesteckten Ziele nicht erreiche oder die Kinder anders wollen als ich. Und manchmal kann ich es selber nicht mehr hören:p

    Deine Idee kommt da wie gerufen. Alles stehen und liegen lassen und die Zeit mit den Kleinen genießen :)Das gibt Kraft, gute Laune und die Kinder merken das.

    Alles Liebe Sina

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  2. Ich finde wir machen uns als Mutter sehr viel zu viel Druck.Angefangen von ,,ich muss stillen'' bis alles glänzt das Baby krabbelt auf dem Boden.
    Ich lasse ab und zu den Staub uber die Wohnumg fliegen, und geniesse die Zeit auf der Couch zu liegen und zu entspannen
    LG karo
    Am Mittwoch kommt bei mir Post du sitzt nur;) könnte dich auch intressieren;)

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  3. Ich finde wir machen uns als Mutter sehr viel zu viel Druck.Angefangen von ,,ich muss stillen'' bis alles glänzt das Baby krabbelt auf dem Boden.
    Ich lasse ab und zu den Staub uber die Wohnumg fliegen, und geniesse die Zeit auf der Couch zu liegen und zu entspannen
    LG karo
    Am Mittwoch kommt bei mir Post du sitzt nur;) könnte dich auch intressieren;)

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