MoJo bekommt ein Geschwisterchen!

Freitag, 1. April 2016

Also irgendwann mal. Vielleicht. Oder auch doch nicht? Ach keine Ahnung, ich weiß es ja selbst noch nicht. Trotzdem hoffe ich, dass ihr mir die Überschrift an einem Tag wie heute vergeben könnt ;) Er ist also wieder mal da, der 1. April! Vor zwei Jahren erlebten wir den bisher besten Aprilscherz. Gespielt wurde er uns von MoJo. Und ja, ihr rechnet vermutlich richtig. Der kleine Scherzkeks hat das schon quasi aus dem Bauch heraus geschafft. An einem Freitag untersuchte mich meine Gynäkologin und war sich seeeeeehr, seeeeeeehr sicher, dass wir ein kleines Mädchen erwarten würden. Ein Wochenende lang war ich also so etwas wie eine Mädchenmama. Zumindest im Kopf. Am Montag darauf hatten wir eine Überweisung zur Feindiagnostik. Dort erhielt ich dann zu unser Überraschung das wohl eindeutigste Ultraschallbild, das ein Junge jemals liefern könnte :D Danke kleiner MoJo, wir haben herzlich gelacht!
 

Alle guten Dinge sind...?

 
Aber nun ist die kleine Ulknudel inzwischen ein richtiges Kleinkind. Und immer öfter stellt sich uns die Frage, ob und wann er zum großen Bruder werden könnte. Als mein Mann und ich vor ein paar Jahren anfingen über Familienplanung nachzudenken, wurden wir uns recht schnell einig, dass 1 Kind wohl zu wenig wäre, aber drei wohl zu viel. Er selbst ist der Jüngste von insgesamt 5 Geschwistern. Also eigentlich großfamilienerprobt. Um ehrlich zu sein wächst das "bitte nicht mehr als 2" dann wohl doch zum größten Teil auf meinen Mist. Ich selbst war acht Jahre lang Einzelkind, woraufhin ich aber (zum Glück) noch eine kleine Schwester bekam. Aber bei aller Kinderliebe: So oft schwanger zu sein und nun selbst in einer Großfamilie zu leben kann, ich mir für mein Leben beim besten Willen nicht vorstellen.
 
 

(Nicht) noch einmal

 
Aber so ganz alleine ohne Geschwister aufwachsen? Irgendwie habe ich bei dem Gedanken das Gefühl, ich würde meinem Sohn etwas sehr Kostbares vorenthalten. Das "Problem" ist nur, dass ich mir gerade einfach nicht vorstellen kann, noch einmal schwanger zu werden. In meinem Artikel "Traumgeburt oder Geburtstrauma" habe ich euch ja schon davon berichtet, dass die Trennung nach MoJos Geburt und auch die folgenden Stillprobleme bei mir einen sehr schmerzhaften und bitteren Nachgeschmack zum Thema Schwangerschaft & Geburt hinterlassen haben. Wahrscheinlich ist die Angst einfach zu groß, Ähnliches oder Schlimmeres nochmal zu erleben. Dann ist da noch der Zweifel, ob ich mit zwei kleinen Kindern überhaupt zurecht kommen würde. Unseren Alltag zu dritt zu meistern, empfinde ich jetzt schon als ziemlichen Balance-Akt. Aber das noch zusätzlich mit Babybauch oder Neugeborenen auf dem Arm? Irgendwie traue ich mir das zur Zeit nicht zu.
 

Egoismus

 
Zusätzlich sind da noch viele weitere Gründe, die eventuell meinerseits recht egoistisch sind und MoJo um ein Geschwisterchen bringen könnten. Den allergrößten Teil meiner Zeit widme ich seit fast zwei Jahren meinem kleinen Sohn. Das ist die erfüllendste und gleichzeitig forderndste Zeit, die ich bisher je erlebt habe. Und auch wenn die Umgewöhnung bestimmt schwierig sein wird: Ein wenig freue ich mich doch darauf, wie es sein wird wenn MoJo in den Kindergarten gehen. Und ich wieder mehr Zeit dafür haben werde, mich mir und meinem Job zu widmen. Jetzt wo dieses Alter bald erreicht ist, wieder schwanger werden? Würde ich auch mir selbst damit überhaupt einen Gefallen tun?
Aber es gibt es noch weitere (egoistische) Gedanken, die mir zu einem potenziellen Kind Nr. 2 in den Sinn kommen. MoJo ist mir selbst in so vielem so ähnlich, die Beziehung und der Alltag mit ihm fallen mir daher verhältnismäßig leicht. Doch wie wäre es, wenn das mit einem Geschwisterchen ganz anders wäre? Wenn es mir viel schwerer fällt, dessen Denken und Handeln nachzuvollziehen. Wenn Probleme auftauchen, bei denen wir mit MoJo zum Glück verschont geblieben sind, weil er ein Kind ist, das gerne unterwegs ist, gerne isst und sogar gerne schläft. Hätte ich einen Wunsch frei würde ich mir außerdem als zweites Kind unbedingt ein Mädchen wünschen. Zwei Söhne? Eigentlich kein Bedarf. Aber das kann man sich ja praktisch gesehen nicht aussuchen. Klingt irgendwie albern, ich weiß. Aber vielleicht könnt ihr es ja aus eurer Erfahrung ein wenig nachvollziehen.
 

Wenn alles stimmt

 
Egal ob meine Gründe, die mich von einer zweiten Schwangerschaft zurzeit noch abhalten, wirklich so begründet sind oder nicht: Ich finde einfach, wenn die Sehnsucht nach einem zweiten Kind noch nicht wirklich greifbar da ist, sollte man es nicht trotzdem tun, weil man es rational gesehen für richtig hält, dass Kind Nr.1 nicht als Einzelkind aufwächst. Ich erinnere mich einfach noch so genau daran, wie groß unser Kinderwunsch vor MoJo war. Wie wir beim Schwangerschaftstest mitgefiebert haben und wie unfassbar die Freude war, als wir wussten, dass wir endlich Eltern werden! Diese Sehnsucht und diese Freude würde ich mir auch für ein zweites Kind wünschen. Und solange diese Gefühle noch nicht da sind, wird ein Geschwisterchen für MoJo auch nicht vom Aprilscherz zur Realität werden. Nicht nur im Kopf, sondern im Herzen soll alles stimmen, finde ich. Natürlich kann sich das alles sehr schnell ändern. Ausschließen will ich gar nichts. Weder dass MoJo ganz bald ein Geschwisterchen bekommt, in einigen Jahren oder vielleicht auch gar nicht. Vielleicht sollte man die Sache mit dem Familienzuwachs auch ganz entspannt angehen. Sich nicht zu viele Gedanken machen. Sondern einfach sehen, was die Zukunft so mit sich bringt.
 
 
Wie war das bei euch? Wann wusstet ihr, dass ihr bereit für ein zweites Kind seid? Oder was hält euch eventuell auch davon ab, erneut schwanger zu werden?
 

8 Kommentare |

  1. Das kenne ich das hin und her! Bei Tobias sagten wir immer nein kein weiteres wir wollen beide unsere Karrieren voran treiben, alles kam anders, er bekam Zucker und somit waren wir einen Monat nach der Diagnose schwanger :)

    AntwortenLöschen
  2. Meine liebe Katharina ;-) Daaaaaankeeee!! Du hast meinen Tag gerettet. Mir gehts momentan emotional nicht ganz so gut, weil genau bzgl. dieser Thematik ein gnadenlos grausamer Kampf in meinem Inneren stattfindet. Ich bin eine Frau, die ihr Leben weitestgehend im Voraus plant. Überraschungen mag ich eher weniger. Auch bin ich alles andere als spontan. Nun ist das Frühlingskind zwei geworden und der Druck wird immer größer. Ganz genau so wie du KANN ich es einfach noch nicht! Ich überlege echt, ob der Kleine ein Einzelkind bleiben soll. Die Gründe sind sehr ähnlich wie bei dir! Ich will einfach auch wieder mein Leben leben und nicht immer nur Mama sein. Seit einiger Zeit habe ich mich nun auch im Home Office selbstständig gemacht und mich macht mein Job so glücklich!!! Noch ein Kind?! Puh, das schaff ich nicht :-( Ob es nur daran liegt, dass mein Kleiner seit Monaten extrem klammert und ich kaum noch Luft zum Atmen habe, weiß ich leider nicht :-(. Ich dachte schon, ich bin die einzige "Egoistin". Ich habe gerade im Blog einen Artikel veröffentlicht. Es ist eine Buchrezension, wo es genau um diese Problematik geht. Ich glaube, ich werde zu diesem Thema auch noch einen eigenen Blogartikel schreiben. Aber mit der Überschrift hattest du mich :-D. Ich dachte nur, OH NO, alle bekommen das zweite Kind und ich bin die Loserin.
    LG und daaaanke für das Retten meines Tages <3
    LG
    Elena

    AntwortenLöschen
  3. Ich habe mich gerade richtig gefreut, als ich die Überschrift las und mein Blick auf das tolle Bild fiel! Schade, dass es NOCH nicht so weit ist. ;-)
    Wir denken ähnlich wie ihr über ein zweites Kind. Wer selbst mit Geschwistern aufgewachsen ist, möchte seinem Kind dies auch ermöglichen. Doch als Mama oder Papa ist es eine große Herausforderung, denn die kleinen können die Nerven ja schon ein wenig strapazieren.
    Ich finde ihr geht das Thema genau richtig an. Lasst euch Zeit und setzt euch nicht unter Druck. Eure Herzen werden darüber entscheiden, ob ihr irgendwann zu viert seit!

    Liebste Grüße,
    Jasmin

    AntwortenLöschen
  4. Ich wollte am Anfang eigentlich kein zweites Kind. Geburtstrauma, dann die schwere Zeit mit Schreibaby - ich hatte einfach Angst. Dennoch blieb da immer so ein Gefühl. Als würde noch etwas fehlen. Und als ich eines Tages einen einsamen kleinen Jungen in einem Vorgarten sitzen sah, der mit traurigen Augen Steinchen über den Zaun warf, da brach es mir das Herz und ich wusste, dass ich das nicht für meinen Sohn will. Seit seine Schwester da ist fühle ich mich komplett und all die Ängste die ich hatte, haben sich aufgelöst. Ja, es ist anstrengend. Und ja, manchmal denke ich, ich schaffe all das nicht. Aber trotzdem fühlt sich alles so richtig an.

    Ich hoffe Ihr trefft die richtige Entscheidung für Euch! Hört auf Euer Herz, nicht auf den Kopf!

    Liebe Grüße
    Nadine

    AntwortenLöschen
  5. Ich wollte am Anfang eigentlich kein zweites Kind. Geburtstrauma, dann die schwere Zeit mit Schreibaby - ich hatte einfach Angst. Dennoch blieb da immer so ein Gefühl. Als würde noch etwas fehlen. Und als ich eines Tages einen einsamen kleinen Jungen in einem Vorgarten sitzen sah, der mit traurigen Augen Steinchen über den Zaun warf, da brach es mir das Herz und ich wusste, dass ich das nicht für meinen Sohn will. Seit seine Schwester da ist fühle ich mich komplett und all die Ängste die ich hatte, haben sich aufgelöst. Ja, es ist anstrengend. Und ja, manchmal denke ich, ich schaffe all das nicht. Aber trotzdem fühlt sich alles so richtig an.

    Ich hoffe Ihr trefft die richtige Entscheidung für Euch! Hört auf Euer Herz, nicht auf den Kopf!

    Liebe Grüße
    Nadine

    AntwortenLöschen
  6. Jetzt wollte ich schon gratulieren :D
    Ich verstehe Deine Gedanken, bis ich mein zweites Kind bekam vergingen 10 Jahre, denn in der Zeit habe ich so viel zu tun gehabt und nicht an ein zweites Kind gedacht, doch mir war immer klar es wird noch eins kommen, den passenden Moment fand nicht ich sondern die Zeit. Nur eins war für mich klar, ich möchte eine junge Mutter bleiben, das heißt vor 30 wollte ich das nächste Kind schon haben und ich hatte Glück dass es mit meinem Partner so klappte. Ein drittes Kind schließe ich nicht aus, ich habe ja noch 3 Jahre bis zur 30 :D Bleibt locker und hört auf Euer Herz und Bauchgefühl.

    AntwortenLöschen
  7. Jaja, diese bestimmte Phase, wenn vermehrt die Frage nach dem zweiten Kind laut wird überall ... viele gehen davon aus, dass man gleich, wenn das Kleinkind aus dem Gröbsten raus ist, nachlegt. Schließlich hat man es dann hinter sich ...

    Ich sehe das sehr ähnlich wie du. Krümelchen steht kurz vor dem zweiten Geburtstag und vor dem nächsten Jahr denken wir garantiert nicht daran, "wieder anzufangen es zu versuchen". Es gibt keinen richtigen und schon gar keinen einzig passenden Zeitpunkt für ein zweites Kind - das ist eine persönliche Entscheidung und da darf auch ein gesunder Egoismus mit reinspielen ;)

    Und diesen riesigen Vorteil hat das Junge-Mutter-dasein ja auch: wir können genüsslich Dinge sagen wie "Wir sind ja noch jung, wir müssen nicht hetzen" :p

    Liebste Grüße,
    Jessi

    AntwortenLöschen
  8. Ganz toller, erhlicher Artikel! Ich wollte auch immer mindestens 2, wenn nicht 3 Kinder haben und finde es einfach schön, wenn Kinder mit Geschwistern aufwachsen, weil ich selbst eine Schwester habe, die meine beste Freundin ist. Allerdings bin ich ein absoluter Bauchmensch und möchte mir da keinen konkreten Zeitpunkt in meinem Kopft festlegen, wann das 2. Baby kommen soll. Aktuell genießen wir die Zeit zu dritt in vollen Zügen. Alles andere wird das Schicksal entscheiden.
    Wünsche euch alles Gute für eure Zukunft.

    AntwortenLöschen

 


Copyright © M.O.M.M. | Theme by Neat Design Corner |